08.09.2011 | Entgelt

SV-Rechengrößen 2012: Neue SV-Werte liegen vor

Die Konjunktur brummt! Steigende Rechengrößen in der Sozialversicherung für das Jahr 2012 sind der beste Beweis dafür. Nun liegen die voraussichtlichen Werte für 2012 vor.

Die Entwicklung der Löhne und Gehälter im Jahre 2010 ist entscheidend für die Fortschreibung der Rechengrößen der Sozialversicherung. Die Lohnzuwachsrate macht gegenüber 2009 in den alten Ländern 2,09 % und in den neuen Ländern 1,97 % aus. Entsprechend werden die meisten Rechengrößen für 2012 angehoben. Lediglich in den neuen Bundesländern (Ost) stagnieren einige Werte. Der Entwurf für die neue Rechengrößen-Verordnung 2012 liegt nun vor. Er soll im Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet werden.

Die voraussichtlichen Rechengrößen im Detail

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird von derzeit 3.712,50 EUR im Jahr 2012 auf 3.825,00 EUR im Monat (bzw. 45.900,00 EUR jährlich) steigen. Nachdem der Wert zuvor erstmalig gesunken war, erreicht die BBG damit wieder die Höhe der Vorjahre.

Beitragszuschüsse zur Krankenversicherung steigen

Bleiben die SV-Beitragssätze unverändert in 2012 bestehen, wird es für die Gutverdiener unter den Arbeitnehmern teurer. Der maximale Arbeitnehmeranteil zur Krankenversicherung macht dann 2012 (bei einem Anteil von 8,2 %) 313,65 EUR aus. Die Arbeitgeber müssen 2012 aufgrund der Anhebung der BBG bei einem Arbeitgeberanteil von weiterhin  7,3 % am GKV-Beitrag für jeden Besserverdiener in diesem Sinne um 8,22 EUR höhere Beitragszuschüsse als im Jahr 2011 zahlen. Der Beitragszuschuss wird sich 2012 auf 279,23 EUR belaufen. Unterm Strich wird die GKV 2012 damit wieder teurer.

Jahresarbeitsentgeltgrenze: Es geht aufwärts

Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt von bislang 49.500 EUR auf 50.850 EUR pro Jahr. Für PKV-Bestandsfälle gilt weiterhin die ermäßigte Jahresarbeitsentgeltgrenze, welche von derzeit 44.550 EUR auf 45.900 EUR angehoben wird. Die Überprüfung der Versicherungspflicht steht für die Entgeltabrechner wieder zum Jahreswechsel an. Weiterhin gilt, dass ein Ausscheiden aus der GKV nur möglich ist, wenn auch im Folgejahr vorausschauend betrachtet die dann maßgebliche Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. Ende 2011 scheiden nur solche Arbeitnehmer aus der Versicherungspflicht aus, die innerhalb des Kalenderjahres 2011 mit ihrem regelmäßigen Jahresentgelt die Grenze 2011 überschritten haben und auch die neue Grenze in 2012 voraussichtlich überschreiten werden.

Abwanderungswelle zur PKV bleibt aus

Die Anpassung der Pflichtgrenze löst in der PKV mittlerweile Schulterzucken aus. Der große Ansturm war in diesem Jahr ausgeblieben, obwohl die Hürden zur Privatkrankenversicherung (PKV) gesenkt worden waren. Ob die Branche vor einem Umbruch steht, wird sich 2012 zeigen. Fast jährlich erhalten die Kunden der privaten Krankenversicherung Beitragsanpassungen im mehrprozentigen Bereich. Allein im vergangenen Jahr betrug die Anpassung im Mittel etwa 7 %. Mit der Central-Krankenversicherung hat der erste Anbieter nun angekündigt, aus dem Geschäft mit den Vollversicherungen auszusteigen.

RV: Steigerung der BBG nur im Rechtskreis West

Für höhere Lohnnebenkosten sorgen aber auch Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Bemessungsgrenze zu beiden Versicherungszweigen wird 2012 auf 5.600 EUR (West-Deutschland) festgesetzt (bisher 5.500 EUR). Jährlich sind dies 67.200 EUR. Unverändert ist die Entwicklung im Osten Deutschlands. Für das Rechtsgebiet Ost bleibt die BBG der Renten- und Arbeitslosenversicherung 2012 unverändert auf 4.800 EUR (bzw. 57.600 EUR jährlich).

Bezugsgröße 2012: West steigt, Ost stagniert

Im Westen steigt die monatliche Bezugsgröße 2012 auf 2.625 EUR monatlich bzw. 31.500 EUR jährlich (bisher 2.555 EUR bzw. 30.660 EUR jährlich). Für Ostdeutschland bleibt der Wert auf 2.240 EUR monatlich bzw. jährlich 26.880 EUR unverändert bestehen. Die Bezugsgröße stellt einen wichtigen Ankerwert für eine Reihe daraus abgeleiteter Grenz- oder Bezugswerte im Sozialversicherungsrecht bzw. Sozialrecht dar.

Beitragssätze: Wenig Hoffnung auf Beitragssenkungen

Trotz guter Entwicklung der Einnahmen bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung noch an der Stellschraube der Beitragssätze dreht. Bisher kommen alle Versicherungszweige sehr gut mit ihren Geldern aus, doch die Politik zögert noch (s. News v. 6.9.2011).

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