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21.06.2013 | Serie Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz: Steueränderungen 2013

Steuervorteile für privat genutzte Elektro-Dienstwagen

Serienelemente
Elektroautos: Tanken an der Steckdose
Bild: Kurt F. Domnik ⁄

Wegen der hohen Anschaffungskosten sind Elektro- und Hybridfahrzeuge als Dienstwagen für Arbeitnehmer steuerlich noch ein teures Vergnügen. Eine Gesetzesänderung soll hier schon rückwirkend ab Beginn des Jahres 2013 Abhilfe schaffen.

Noch sind es nur wenige Tausend Elektroautos, die auf unseren Straßen zu finden sind. Nach dem Willen der Politik sollen bis 2020 bereits eine Million Elektrofahrzeuge die Straßen ohne den klimaschädlichen CO2-Ausstoß "beleben". Dazu beitragen sollen die Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern ab sofort die Entscheidung für ein elektrobetriebenes Dienstfahrzeug durch einen Rabatt bei der Dienstwagenbesteuerung schmackhaft machen können.

Modifizierte Bruttolistenpreisregelung für Elektrofahrzeuge

Die hohen Anschaffungskosten von Elektro- und Hybridfahrzeugen haben ihre Ursache im Wesentlichen in den Zusatzkosten, die für die Stromspeichergeräte (Akkumulator, Batterie) ausgegeben werden müssen. Die Folge ist ein höherer Bruttolistenpreis, der sich nachteilig auf die Dienstwagenbesteuerung auswirkt. Das gerade beschlossene Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz sieht hier Abhilfe vor: Der geldwerte Vorteil für die Überlassung eines Elektroautos als Dienstwagen soll sich nur noch aus dem Bruttolistenpreis abzüglich der darin enthaltenen Kosten für den Akkumulator berechnen.

Pauschale Kürzung des Bruttolistenpreis beim Elektroauto

Für die pauschale Kürzung ist ein Abschlag von 500 EUR pro kWh der Batteriekapazität vorgesehen. Die Kürzung ist auf einen Maximalbetrag von 10.000 EUR begrenzt. Steht dem Arbeitnehmer das Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung (0,03-%-Regelung) oder wird der geldwerte Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode berechnet, soll die Neuregelung gleichermaßen gelten.

Beispiel

Der Bruttolistenpreis eines Elektrofahrzeugs beträgt 53.000 EUR, bei einer Speicherkapazität der Batterie von 16 kWh. Der steuerlich maßgebende Listenpreis errechnet sich wie folgt:

Bruttolistenpreis einschließlich Batteriesystem

abzüglich 16 kWh à 500 EUR

Bruttolistenpreis für steuerliche Zwecke (2013)

53.000 EUR

8.000 EUR

45.000 EUR

Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung beträgt bei Anwendung der 1-%-Regelung monatlich 450 EUR (statt bisher 530 EUR).

Rückwirkende Änderung des Lohnsteuerabzugs

Die Listenpreisminderung gilt rückwirkend bereits ab Jahresanfang 2013 und ist auch für die (Elektro)Fahrzeuge anzuwenden, die bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes angeschafft wurden. Für die zurückliegenden Monate kommt insoweit eine Korrektur des Lohnsteuerabzugs in Betracht. Der Abschlag vom Listenpreis vermindert sich für nach 2013 angeschaffte Elektroautos jährlich um 50 EUR pro kWh Speicherkapazität. Nach hinten ist die Neuregelung zeitlich beschränkt auf Elektrofahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2022 angeschafft werden.

Achtung

Die Minderung des Bruttolistenpreises ist nur dort zulässig, wo der Kaufpreis auch die Batterie umfasst. Modelle, bei denen die Akkumulatoren nur mietweise überlassen werden, sind von der neuen Sonderregelung nicht betroffen.

(Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften, Beschlussempfehlung Vermittlungsausschuss, BT-Drs. 17/13722, Art. 2 Nr. 5)

Haufe Online Redaktion

Elektroauto, Dienstwagen, Jahressteuergesetz 2013, Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz

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