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Überraschend kamen noch zwei Änderungen beim Kindergeld. Künftig ist ein Kindergeldantrag nur noch für sechs Monate rückwirkend möglich. Außerdem erhält das Bundeszentralamt für Steuern bei Wegzug die Daten von den Meldebehörden und damit früher Kenntnis von einem Wegfall der Kindergeldberechtigung.

Im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens wirken sich in den Elstam eingetragene Kinderzähler grundsätzlich nicht auf die Höhe der Lohnsteuer aus (Ausnahme: Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Die steuerliche Berücksichtigung der Kinder erfolgt durch die Auszahlung des Kindergeldes. Mit Ausnahme des öffentlichen Dienstes wird das Kindergeld von den Familienkassen und nicht vom Arbeitgeber ausgezahlt. Hierbei sind zukünftig Änderungen zu beachten.

Kindergeldantrag nur noch für 6 Monate rückwirkend       

Abweichend von der regulären Festsetzungsfrist von vier Jahren sieht die Neuregelung vor, dass Kindergeld nur noch sechs Monate rückwirkend ausgezahlt werden kann (§ 66 Absatz 3 EStG). Sie soll verhindern, dass für einen mehrjährigen Zeitraum in der Vergangenheit rückwirkend Kindergeld ausgezahlt werden kann. Die Regelung ist auf Anträge anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2017 eingehen.

Übermittlung von Meldedaten durch Bundeszentralamt an Familienkassen

Zieht eine Familie ins Ausland oder wird sie von der Meldebehörde von Amts wegen abgemeldet, hat dies regelmäßig Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch. Das Bundeszentralamt für Steuern erhält zukünftig die Daten von den Meldebehörden und hat sie an die zuständige Familienkasse zu übermitteln (§ 69 EStG). Wegen des für die technische Umsetzung erforderlichen zeitlichen Vorlaufs soll die Pflicht aber erst zum 1. November 2019 gelten.

Quelle: Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz - StUmgBG).

Schlagworte zum Thema:  Kindergeld, Kurzfristige Beschäftigung

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