| Weihnachten

Steuergeschenke zum Fest – die Lohnsteuer feiert mit

Geschenke zu Weihnachten können steuerlich begünstigt sein.
Bild: PhotoDisc Inc.

Weihnachtsgeschenke können in vielen Fällen steuervergünstigt oder sogar steuerfrei gewährt werden. Für die Weihnachtsfeier gelten in diesem Jahr erstmals neue Regeln.

Zur Weihnachtszeit beschenken viele Firmen Mitarbeiter und Geschäftsfreunde. Das Lohnsteuerrecht bietet bei Sachgeschenken zahlreiche Möglichkeiten für eine steuergünstige Gestaltung. Geldgeschenke hingegen sind immer in vollem Umfang steuerpflichtig.

Geschenke an Mitarbeiter

Werden Geschenke an eigene Mitarbeiter verteilt, so bietet sich dafür zunächst die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 EUR an. Sofern diese Grenze im Dezember noch nicht für andere Sachleistungen an die Mitarbeiter genutzt wird (z.B. Jobticket oder Fitnessstudio), können bis zu diesem Wert Sachgeschenke steuer- und sozialversicherungsfrei überlassen werden. Maßgebend ist der um übliche Preisnachlässe geminderte Endpreis des Geschenks. 

Auch die Anwendung der 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze für Gutscheine mit Geldbetrag ist weiterhin möglich. Eine zwischenzeitlich geplante Gesetzesänderung ist nicht umgesetzt worden, sodass die Grenze und die begünstigten Gutscheine auch im Dezember 2015 sowie 2016 unverändert erhalten bleiben.

Pauschalbesteuerung

Für Geschenke an eigene Mitarbeiter und an Geschäftsfreunde gibt es zudem die Möglichkeit der pauschalen Steuerübernahme  mit einem Steuersatz von 30 % (§ 37b EStG). Denken Sie an diese Regelung insbesondere auch bei Weihnachtsgeschenken an Ihre Geschäftspartner und deren Arbeitnehmer. Die Pauschalbesteuerung ist zwar keine Pflicht, wird aber in Lohnsteuer-Außenprüfungen gerne aufgegriffen, weil sonst unliebsame Überraschungen beim Empfänger auftreten können. Das Wahlrecht muss für die jeweilige Gruppe einheitlich für alle Zuwendungen eines Jahres ausgeübt werden. Einzubeziehen sind nach Verwaltungsauffassung alle Geschenke und Incentives. Eine Ausnahme bilden nur sog. Streuwerbeartikel mit Anschaffungskosten von maximal 10 EUR. Hier ist jedoch bei eigenen Mitarbeitern Vorsicht geboten, weil diese „Kleingeschenke“ bei der 44-EUR-Grenze mitzählen und ggf. zu deren Überschreitung führen können. Zu weiteren Einzelheiten vgl. das BMF-Schreiben zum § 37b EStG vom 19.05.2015, IV C 6 - S 2297-b/14/10001, BStBl 2015 I S. 468.

Aufmerksamkeiten: Regelung gilt nicht für Weihnachten

Die Steuerbefreiung für sog. Aufmerksamkeiten ist zwar in diesem Jahr auf 60 EUR erhöht worden und gilt neuerdings auch für Geschenke an Dritte. Sie kommt aber an Weihnachten nicht in Betracht. Diese Begünstigung gilt nur für persönliche Ereignisse, wie z. B. Geburtstage und Hochzeiten. Weihnachten ist kein derartiges persönliches Ereignis. 

Weihnachtsfeier

Bei der steuerlichen Behandlung der Weihnachtsfeier gibt es in diesem Jahr einige Neuerungen zu beachten. Erstmals gilt ein Freibetrag von 110 EUR für maximal zwei Feiern pro Jahr statt der bisherigen Freigrenze. Durch die Umwandlung fallen mögliche Steuerzahlungen bei Überschreiten der 110 EUR deutlich kleiner aus. Im Gegenzug zur Einführung des Freibetrags werden alle Zusatzkosten rund um die Feier sowie die Teilnahme von Begleitpersonen in die Berechnung der geldwerten Vorteile einbezogen.

Wird der neue Steuerfreibetrag von 110 EUR bei einer Betriebsveranstaltung überschritten oder werden mehr als zwei Veranstaltungen durchgeführt, liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Für den besteht aber die Möglichkeit zur begünstigten Besteuerung. Arbeitslohn aus Anlass von Betriebsveranstaltungen kann mit 25 % pauschal besteuert werden.

Geschenke im Zusammenhang mit einer Weihnachtsfeier

Oftmals erfolgt die Übergabe von Geschenken auch anlässlich der Weihnachtsfeier des Unternehmens. Auch hier gibt es Neuerungen: Hinsichtlich der bei der Weihnachtsfeier überreichten Geschenke gibt es in diesem Jahr eine Vereinfachung. Sachgeschenke anlässlich von Betriebsveranstaltungen konnten nach der bis 2014 geltenden Rechtslage nur bis zur Höhe von 40 EUR im Rahmen der Freigrenze lohnsteuerfrei gewährt werden. Ab 2015 sind Geschenke (und auch Verlosungsgewinne) ohne Höchstgrenze und von beliebigem Wert in die Berechnung des Freibetrags einzubeziehen. Ist der Freibetrag überstiegen, können die Vorteile insoweit mit 25 % pauschal besteuert werden. Das Geschenk muss aber unverändert aus Anlass der Betriebsveranstaltung erfolgen und dabei den Charakter eines typischen Bestandteils der Betriebsfeier aufweisen.

Die Lohnsteuerrichtlinien sind ab dem Jahr 2015 insoweit überholt. Dort war eine gesonderte Pauschalierung der Lohnsteuer bei nicht üblichen (=größeren) Zuwendungen vorgesehen
(R 40.2 Absatz 1 Nummer 2 LStR).

Barzuwendungen

Auch bestimmte Barzuwendungen sind möglich, 
wenn ihre zweckentsprechende Verwendung sichergestellt ist. Sie können insbesondere gewährt werden als Ersatz für Speisen, Getränke, Übernachtungs- und Fahrtkosten sowie Eintrittskarten. Für reine Geldgeschenke scheidet jedoch sowohl die Gewährung des Freibetrags als auch die Anwendung der Pauschalversteuerung aus.

Weitere Einzelheiten zur Neuregelung der Betriebsveranstaltungen sowie zum Anwendungserlass der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 14.10.2015, IV C 5 - S 2332/15/10001, BStBl 2015 I S. 832) finden Sie in unserer Serie zur Betriebsveranstaltung.

Schlagworte zum Thema:  Weihnachten, Geschenk, Betriebsveranstaltung

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