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Sponsoring für Leistungssportler von Arbeitgebern durch den UV-Beitrag?

Droht den gedeckelten UV-Sportlerbeiträgen der KO?
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Zeitarbeitsbranche nutzt das Interesse an der Olympiade 2012 und klagt öffentlichkeitswirksam über zu hohe Unfallversicherungsbeiträge, weil die Sportvereine nur gedeckelte Beiträge zahlen.

Die Zeitarbeitsbranche rebelliert gegen rasant steigende Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung (UV). Durch die Deckelung bleibe die eigentlich erforderliche Anpassung der Beiträge der Sportvereine aus. Dies belaste die anderen Branchen überproportional, die wie die Sportvereine ebenfalls der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) angehören. Der Vorwurf durch die Zeitarbeitgeberverbände Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP), Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) und Bundesverbund der Sicherheitswirtschaft richtet sich gegen den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die VBG und das Bundesarbeitsministerium (BMAS).

Wer soll die Kosten tragen?

Die Belastung gefährde die wirtschaftliche Existenz der Unternehmen, schreiben die Verbände in einem Brief an das BMAS. Die Unfallversicherung der Sportler gehe auf Kosten der übrigen Branchen in der VBG. Aber eben weil diese Versicherung so teuer ist, sehen sich die Sportvereine nicht mehr in der Lage, die nötigen Beiträge zur VBG zu bezahlen.

Stufenweise Anhebung der Gefahrklassen ausgesetzt

In der Tat sind die Unfälle und somit auch die Kosten für bezahlte Sportler weiterhin überproportional angestiegen. Die VBG plant daher grundsätzlich, einige Gefahrklassen stufenweise anzupassen. Im September 2011 wurde allerdings von der VBG-Vertreterversammlung beschlossen, die Erhöhung der Gefahrenklassen 2011 und 2012 auszusetzen und in dieser Zeit gemeinsam eine Lösung zu finden.

Ausnahme Profifußballer

Für den Sport steigen diese Gefahrklassen also frühestens erstmals mit dem Beitrag 2013. Dieser wird 2014 fällig.

Dagegen sinke die Gefahrenklasse für die Profifußballer der ersten 3 Fußball-Ligen 2013, wie die Berufsgenossenschaft mitteilt, da Unfallkosten und Entgelte in einem günstigeren Verhältnis stehen. Die Sportunternehmen profitieren damit von der Solidargemeinschaft der in der VBG versicherten Branchen.

Zeitarbeit sieht sich überproportional belastet

Insgesamt würden den Dienstleistern, die gemeinsam mit den Sportvereinen Mitglieder der genossenschaftlich organisierten Berufsgenossenschaft sind, durch die geplante Deckelung der Sportbeiträge Lasten von 180 Mio. EUR aufgebürdet, lautet der Vorwurf der Zeitarbeitsbranche. Die Zeitarbeitsbranche müsse als größtes Mitglied davon 60 Mio. EUR allein tragen.

Sportförderung: eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Während sich die Branche mit Händen und Füßen gegen diese Belastung wehrt, verweisen Kritiker auf die gesellschaftspolitische Bedeutung des Sports. Gerade die Zeitarbeitsbranche stehe häufig genug in der Kritik und müsse sich gegen Vorwürfe des Lohndumpings wehren. Die gemeinnützigen Sportvereine zahlten bereits jetzt etliche Gebühren an diverse Verbände und Haftpflichtversicherungen und dürften keinesfalls stärker belastet werden.

Umverteilung der Sportlerkosten auf alle Unfallversicherungsträger gefordert

Die VBG steht mit dem DOSB, dem BMAS und dem Verband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Kontakt. Die nächste Vertreterversammlung der VBG ist für den 5.9.2012 terminiert. Der Wunsch der Zeitarbeitsbranche, die Mehrkosten auf alle Unfallversicherungsträger und damit alle Arbeitgeber in der UV umzulegen, wird aber wohl nicht in Erfüllung gehen. Das BMAS setzt weiterhin auf eine Lösung durch die Selbstverwaltung der VBG.

Schlagworte zum Thema:  Unfallversicherung, VBG

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