12.12.2013 | Sepa-Verfahren

KMU sind nicht ausreichend auf Sepa-Überweisungen vorbereitet

Personaler müssen ab 1. Februar europaweit das Entgelt per Sepa-Überweisung zahlen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Alarmierend für den Personalbereich: Viele KMU haben noch nicht einmal die Überweisungen auf Sepa umgestellt. Das gefährdet die Lohn- und Gehaltszahlungen ab Februar. Auch viele andere Unternehmen hinken in den Vorbereitungen auf das neue europaweit einheitliche Zahlungsverfahren Sepa hinterher. 

Viele Sepa-Verantwortliche in den Unternehmen halten den "Single Euro Payment Area" (Sepa) noch immer für eine reine Formatänderung. 90 Prozent der Umfrageteilnehmer einer ADP-Studie geben dies an. Nur 44 Prozent der 50 befragten Sepa-Verantwortlichen wissen, dass auch das Lastschriftverfahren sowie rechtliche Rahmenbedingungen von der Sepa-Umstellung betroffen sind.

Ab dem 1. Februar 2014 müssen alle Kreditinstitute das Sepa-Verfahren anwenden – wenig Zeit, wie auch die Bundesbank warnt. Sie erhebt den Vorbereitungsstand der Unternehmen zu Sepa kontinuierlich. Der aktuelle Ampelstand zeigt deutlich, dass gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) noch einiger Nachholbedarf besteht: Wie die größeren Unternehmen sind sie noch nicht ausreichend auf das neue Sepa-Lastschriftverfahren vorbereitet. Doch vor allem lassen die KMU als einzige der befragten Zielgruppen auch die Vorbereitungen auf die Sepa-Überweisungen schleifen. Sie werden laut Bundesbank-Barometer wohl nicht mehr rechtzeitig auf das Sepa-Überweisungssystem umstellen können.

Personaler müssen Sepa-Daten manuell überprüfen

Für Personaler in kleinen Unternehmen würde dies bedeuten, dass sie die Entgeltüberweisungen an ihre Mitarbeiter nicht pünktlich tätigen könnten. Dafür ist zwar nur eine automatische Konvertierung der bisherigen Bankdaten nötig. Doch in der Praxis ergeben sich hier Probleme: Wenn in der Vergangenheit Banken fusioniert sind, ergibt die automatische Konvertierung oft fehlerhafte Daten. Die Iban-Nummer wird dann häufig falsch errechnet. Personaler müssen also – noch rechtzeitig – die Kontodaten ihrer Mitarbeiter manuell überprüfen.

Darüber hinaus sind Personaler nicht erst ab Februar gefordert. Sie müssen schon zum 1. Januar auf Sepa umstellen, wenn das Erstattungsverfahren beim Aufwendungsausgleich (AAG) funktionieren soll.

Kurzfristige, externe Hilfe: Sepa-Spezialisten kommen inzwischen teuer

Die ADP-Umfrage zeigt weiterhin, dass die Unternehmen den Aufwand der Umstellung unterschätzen: Lediglich zwölf Prozent planen mehr als sechs Personenmonate ein. 50 Prozent haben erst im dritten Quartal 2013 mit der Sepa-Einführung begonnen, aber 78 Prozent der Unternehmen wollen bis Ende Dezember 2013 die Umstellung abschließen.

Um noch rechtzeitig die Sepa-Umstellung zu bewältigen, sind oft freie IT-Spezialisten im Einsatz. Wie die „Computerwoche“ berichtet hat der kurzfristige Bedarf nach externer Unterstützung schon die Kosten für diese Freiberufler in die Höhe getrieben: „Im Schnitt erhalten die Freiberufler als Sepa-Projektleiter oder Sepa-Projektmanager Stundensätze um hundert Euro und mehr. Im Test- und im SAP-Umfeld liegen die Stundensätze in der Regel geringer“, erklärt Gerald Fahnenbruck, Teamleiter Contracting Finance bei der Hays AG, in der "Computerwoche". Er erwartet noch eine Reihe von kurzfristigen Anfragen zur Unterstützung bei der Sepa-Umstellung – vor allem aus dem Mittelstand.

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