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| Einmalzahlungen

Wie Sie Weihnachtsgeld richtig versteuern

Alle Jahre wieder: Arbeitnehmer freuen sich nicht nur auf den Nikolaus, sondern auch auf das Weihnachtsgeld
Bild: Haufe Online Redaktion

Einmalzahlungen wie das Weihnachtsgeld sind als sonstiger Bezug nach der Jahreslohnsteuertabelle zu versteuern. Aufgrund der besonderen Lohnsteuerberechnung für alle Arten von Einmalzahlungen, bleibt vom Weihnachtsgeld oft weniger übrig, als erwartet.

Beim Weihnachtsgeld handelt es sich aus lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht grundsätzlich um einmalig gezahlten Arbeitslohn. Dieser ist als sog. sonstiger Bezug nach der Jahreslohnsteuer-Tabelle zu versteuern.

Sonstige Bezüge sind solche, die nicht für einen bestimmten Lohnzahlungszeitraum gezahlt werden, sondern für längere Zeitabschnitte. Andere Lohnzahlungen, die auch zu den sonstigen Bezügen gehören, sind zum Beispiel:

  • Einmalige Abfindungen und Entschädigungen;
  • Jubiläumszuwendungen;
  • Urlaubsgeld und Abgeltungszahlungen für nicht genommenen Urlaub.

Abgrenzung in Zweifelsfällen

Von einem sonstigen Bezug ist nur auszugehen, wenn keine regelmäßig fortlaufende Zahlung vorliegt. Erhält ein Arbeitnehmer nach dem Arbeitsvertrag seine Weihnachtsgeld monatlich ausgezahlt, ist dies zusammen mit den übrigen regelmäßig zu beanspruchenden Lohnbestandteilen als laufender Arbeitslohn zu versteuern.

Zwei getrennte Lohnsteuerberechnungen

Von sonstigen Bezügen ist die Lohnsteuer nach der Jahreslohnsteuertabelle zu ermitteln. Die Lohnsteuer muss einmal für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einschließlich des sonstigen Bezugs ermittelt werden und einmal für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ohne den sonstigen Bezug. Der Unterschiedsbetrag zwischen den beiden Jahreslohnsteuerbeträgen ergibt die Lohnsteuer für den sonstigen Bezug.

Berechnung des maßgebenden Jahresarbeitslohns

Der voraussichtliche Jahresarbeitslohn ist die Summe der bereits gezahlten laufenden Arbeitslöhne plus die in diesem Kalenderjahr bereits gezahlten sonstigen Bezüge und der im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich noch zu zahlende laufende Arbeitslohn. Außer Betracht bleiben künftige sonstige Bezüge, deren Zahlung bis zum Ablauf des Kalenderjahres zu erwarten ist.

Beispiel

Ein gesetzlich kranken- und rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer mit Steuerklasse I erhält im Dezember 2013 Weihnachtsgeld in Höhe von 3.000 EUR. Der Arbeitgeber ermittelt einen maßgebenden voraussichtlichen Jahresarbeitslohn von 40.000 EUR (einschließlich des sonstigen Bezugs).

Ergebnis: Die Jahreslohnsteuer auf 40.000 EUR (voraussichtlicher Jahresarbeitslohn einschließlich sonstiger Bezug) beträgt 6.600 EUR; die Jahreslohnsteuer auf 37.000 EUR (voraussichtlicher Jahresarbeitslohn ohne sonstigen Bezug) beträgt 5.800 EUR.

Differenzrechnung für die Lohnsteuer: Vom Weihnachtsgeld in Höhe von 3.000 EUR sind 800 EUR Lohnsteuer einzubehalten (= 6.600 EUR ./. 5.800 EUR).

Berechnung bei mehreren Arbeitsverhältnissen

Steht der Arbeitnehmer nacheinander in mehreren Dienstverhältnissen, ist für die Feststellung des voraussichtlichen Jahresarbeitslohnes der Arbeitslohn aus allen diesen Dienstverhältnissen, d. h. aus dem gegenwärtigen und aus den auf der Lohnsteuerkarte bescheinigten vorangegangenen Dienstverhältnissen, zu berücksichtigen. Steht der Arbeitnehmer gleichzeitig bei einem anderen Arbeitgeber noch in einem zweiten Dienstverhältnis, ist der Arbeitslohn aus dem zweiten Dienstverhältnis nicht mitzuzählen.

Haufe Online Redaktion

Einmalzahlung, Urlaubsgeld, Jahreslohnsteuertabelle, Lohnsteuerkarte

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