| Reisekosten

Neue Spesensätze für Auslandsreisen

Für Auslandsreisekosten können Pauschalbeträge für Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungskosten angesetzt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Finanzverwaltung hat die Auslandsspesen für Reisen ab dem Jahr 2016 bekannt gemacht. In dem BMF-Schreiben sind auch neue Einzelheiten zur Mahlzeitenkürzung im Ausland enthalten.

Auch für Tätigkeiten im Ausland gibt es seit der Reisekostenreform nur noch zwei Pauschalen. Die entsprechenden Beträge für die einzelnen Länder für 2016 enthält der neue Verwaltungserlass des Bundesfinanzministeriums. Bis zu dieser Höhe kann der Arbeitgeber steuerfreie Erstattungen vornehmen. 

Änderungen ergeben sich bei den Spesensätzen gegenüber 2015 unter anderem für folgende Staaten bzw. Orte:

  • Albanien
  • China (abweichende Pauschalen für Peking, Shanghai, Hongkong, Chengdu)
  • Indien (abweichende Pauschalen für Neu Delhi, Kalkutta, Mumbai, Chennai)
  • Irland
  • Israel
  • Kanada (abweichende Pauschalen für Toronto, Vancouver, Ottawa)
  • Korea (Süd)
  • Schweden
  • Schweiz (höhere Pauschalen für Genf)
  • Südafrika (abweichende Pauschalen für Kapstadt und Johannesburg)
  • Großbritannien (höhere Pauschalen für London).

Eintägige Auslandsreise

Bei eintägigen Reisen in das Ausland ist der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes im Ausland maßgebend.

Mehrtägige Auslandsreise

Bei mehrtägigen Reisen in verschiedenen Staaten gilt für die Ermittlung der Verpflegungspauschalen am An- und Abreisetag sowie an den Zwischentagen Folgendes:

  • Bei einer Anreise vom Inland ins Ausland ohne Tätigwerden ist die Verpflegungspauschale des Ortes maßgebend, der vor 24 Uhr erreicht wird.
  • Bei einer Abreise vom Ausland ins Inland ist die Verpflegungspauschale des letzten Tätigkeitsorts im Ausland maßgebend.
  • Für die Zwischentage ist in der Regel der Pauschbetrag des Ortes maßgebend, den der Mitarbeiter vor 24 Uhr Ortszeit erreicht (vgl. dazu auch Rz. 51 des BMF-Schreibens vom 24. Oktober 2014 BStBl I Seite 1412).

Schließt sich an den Tag der Rückreise von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit zur Wohnung oder ersten Tätigkeitsstätte eine weitere ein- oder mehrtägige Auswärtstätigkeit an, ist für diesen Tag nur die höhere Verpflegungspauschale zu berücksichtigen.

Auslandskürzung der Verpflegungspauschale bei Mahlzeitengestellung

Erstmals enthält das Schreiben auch Regelungen zur Auslandskürzung der Verpflegungspauschale bei Mahlzeitengestellung: Bei der Gestellung von Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung durch einen Dritten ist die Kürzung der Verpflegungspauschale tagesbezogen vorzunehmen, d. h. von der für den jeweiligen Reisetag maßgebenden Verpflegungspauschale für eine 24-stündige Abwesenheit, unabhängig davon, in welchem Land die jeweilige Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.

Beispiel: Der Ingenieur I kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit in Straßburg zu seiner Wohnung zurück. Nachdem er Unterlagen und neue Kleidung eingepackt hat, reist er zu einer weiteren mehrtägigen Auswärtstätigkeit nach Kopenhagen weiter. I erreicht Kopenhagen um 23 Uhr. Die Übernachtungen - jeweils mit Frühstück - wurden vom Arbeitgeber im Voraus gebucht und bezahlt.

Für Dienstag ist nur die höhere Verpflegungspauschale von 40 EUR (Rückreisetag von Straßburg: 32 EUR, Anreisetag nach Kopenhagen: 40 EUR) anzusetzen. Aufgrund der Gestellung des Frühstücks im Rahmen der Übernachtung in Straßburg ist die Verpflegungspauschale um 12 EUR (20 Prozent der Verpflegungspauschale Kopenhagen für einen vollen Kalendertag: 60 EUR) auf 28 EUR zu kürzen.

Besonderheiten bei Auslandsreisen

Folgende Besonderheiten sind darüber hinaus zu beachten:

  • Für die in der Bekanntmachung nicht erfassten Länder ist der für Luxemburg geltende Pauschbetrag maßgebend, für nicht erfasste Übersee- und Außengebiete eines Landes ist der für das Mutterland geltende Pauschbetrag maßgebend.
  • Bei Schiffsreisen ist das für Luxemburg geltende Tagegeld und für die Tage der Einschiffung und Ausschiffung das für den Hafenort geltende Tagegeld maßgebend.
  • Bei Flugreisen ist die Landung entscheidend. Erstreckt sich eine Flugreise über mehr als zwei Kalendertage, so ist für die Tage, die zwischen dem Tag des Abflugs und dem Tag der Landung liegen, das für Österreich geltende Tagegeld maßgebend.

Übernachtungspauschalen nur bei Arbeitgebererstattung

Die ebenfalls in der Verwaltungsanweisung enthaltenen Pauschbeträge für Übernachtungskosten sind ausschließlich in den Fällen der Arbeitgebererstattung anwendbar (R 9.7 Absatz 3 LStR 2013 und Rz. 112 des BMF-Schreibens vom 24. Oktober 2014 BStBl I Seite 1412).

Hinweis: BMF-Schreiben vom 09.12.2015 - IV C 5 - S 2353/08/10006 :006 

Schlagworte zum Thema:  Auslandsreise, Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungskosten

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