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31.10.2014 | Serie Reisekostenreform 2014: Ergänztes BMF-Schreiben

Eine Tätigkeitsstätte setzt persönliches Tätigwerden voraus

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Nicht jede Tätigkeit gilt auch als "Tätigwerden" im Sinne des neuen steuerlichen Reisekostenrechts 2014
Bild: Haufe Online Redaktion

Nach dem neuen Reisekostenrecht 2014 setzt die dauerhafte Zuordnung zu einer ersten Tätigkeitsstätte voraus, dass der Mitarbeiter dort tätig werden soll. Klar war nicht immer, was ein Arbeitnehmer tun muss, um "tätig" zu sein. Der neue Anwendungserlass erläutert dies nun.

Für eine Zuordnung zu einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers reicht es aus, wenn der Mitarbeiter dort Hilfs- oder Nebentätigkeiten erbringen soll (z. B. persönliche Abgabe von Auftragsbestätigungen, Stundenzettel, Krank- oder Urlaubsmeldungen).

Neu ist der Hinweis: Die reine Übersendung von Krankheits- oder Urlaubsmeldungen durch die Post oder die Überbringung durch Dritte (z. B. Familienangehörige) reicht für eine Zuordnung nicht aus, da hierfür ein persönliches Erscheinen des Mitarbeiters Voraussetzung ist.

Neu ist hier: Von einem Tätigwerden an einer betrieblichen Einrichtung eines Dritten (auch eines verbundenen Unternehmens) kann nicht ausgegangen werden, wenn der Mitarbeiter bei dem Dritten "nur eine Dienstleistung [...] in Anspruch nimmt oder [bei dem Dritten nur] einen Einkauf tätigt", so der zusätzliche Hinweis im neuen Einführungsschreiben. Eine erste Tätigkeitsstätte bei einem Dritten kann nur dann vorliegen, wenn der Dritte dem Arbeitgeber einen Auftrag erteilt, den der Mitarbeiter beim Dritten erfüllt.

Beispiel

Angela M. ist als Bürokraft eines Unternehmens beschäftigt. Sie wird dauerhaft einer Filiale der Deutschen Post zugeordnet, weil sie diese auf dem täglichen Weg zur Arbeit aufsucht, um das dortige Postfach des Arbeitgebers zu leeren.

Ergebnis: Trotz der dauerhaften Zuordnung hat Angela M. in der Postfiliale keine erste Tätigkeitsstätte, weil sie dort nur - wenn auch täglich - eine Dienstleistung eines Dritten in Anspruch nimmt; derartige Hilfs- oder Nebentätigkeiten bei einem Dritten führen nicht zu einer ersten Tätigkeitsstätte.

Da Angela M. typischerweise arbeitstäglich im Unternehmen dauerhaft tätig werden soll, hat sie aufgrund der zeitlichen Kriterien dort ihre erste Tätigkeitsstätte (vgl. § 9 Absatz 4 Satz 4 EStG).

(Quelle: Bundesfinanzministerium, ergänztes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 24. Oktober 2014, IV C 5 - S 2353/14/10002)

Haufe Online Redaktion

Reisekosten, Erste Tätigkeitsstätte, Verbundene Unternehmen

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