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13.11.2014 | Serie Reisekostenreform 2014: Ergänztes BMF-Schreiben

Wann ein Ortswechsel zum Neubeginn der Dreimonatsfrist führt

Serienelemente
Ein bloßer Ortswechsel innerhalb einer Großbaustelle führt noch nicht zum Neubeginn der Dreimonatsfrist
Bild: G & O Gateway Gardens Dritte GmbH & Co. KG

Verpflegungspauschalen dürfen nur für die ersten drei Monate einer beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte berücksichtigt werden. Der neue Erlass bringt Klarheit, ob und wann zum Beispiel ein Ortswechsel innerhalb eines großräumigen Betriebsgeländes zum Neubeginn der Dreimonatsfrist führt.

Grundsätzlich wird die Tätigkeit innerhalb eines großräumigen Betriebsgeländes durchgehend als Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte gewertet, unabhängig davon, ob unterschiedliche Gebäude aufgesucht werden. Dies stellt der neue, ergänzte Reisekostenerlass des Bundesfinanzministeriums vom 24. Oktober 2014 klar.

Ein Ortswechsel - und als Folge daraus der Neubeginn der Dreimonatsfrist - liegt jedoch dann vor, wenn die in Betracht kommenden Tätigkeitsstätten unterschiedlichen "Auftraggebern" zugerechnet werden können. Dies gilt auch dann, wenn sich die Tätigkeitsstätten in räumlicher Nähe zueinander befinden; es gibt keine Mindestentfernung, die für einen Neubeginn der Dreimonatsfrist zu erfüllen ist.

Beispiel

Mehrere Auswärtstätigkeiten im selben Gebäude

Mitarbeiterin Johanna W. wird vom 1. Januar 2014 im Rahmen ihrer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit für sechs Monate in einem großen Bürogebäude tätig. Die ersten drei Monate im ersten Stock des Gebäudes für den Kunden A und die zweiten drei Monate im dritten Stock des Gebäudes für den Kunden B.

Ergebnis: Da die Tätigkeiten unterschiedlichen Auftraggebern zugerechnet werden können, führt der nach den ersten drei Monaten vorgenommene Wechsel vom Kunden A zum Kunden B zu einer neuen Dreimonatsfrist. Unmaßgeblich ist, dass beide Kunden ihren Sitz im selben Gebäude haben. Mitarbeiterin Johanna W. kann folglich für die gesamten sechs Monate Verpflegungspauschalen in Anspruch nehmen

Drei-Tage-Vereinfachungsregelung

Von einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte ist erst dann auszugehen, sobald der Mitarbeiter mindestens an drei Tagen in der Woche dort tätig wird. Die Dreionatsfrist beginnt daher nicht, solange die auswärtige Tätigkeitsstätte an nicht mehr als zwei Tagen in der Woche aufgesucht wird. Ersetzt wurde im ergänzten Reisekostenerlass vom 24. Oktober 2014 insbesondere das Wort "wöchentlich" durch "in der Woche".

(Quelle: Bundesfinanzministerium, ergänztes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 24. Oktober 2014, IV C 5 - S 2353/14/10002.)

Die Neuregelungen zur lohnsteuerlichen Berücksichtigung von Mahlzeiten bereiten in der Praxis häufig Probleme. Lesen Sie im nächsten Serienteil, inwiefern der neue Erlass hier klärend - gleichzeitig aber auch verschärfend - wirkt.

Haufe Online Redaktion

Reisekosten, Dreimonatsfrist

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