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11.11.2014 | Serie Reisekostenreform 2014: Ergänztes BMF-Schreiben

Reisekosten bei Ketten-Auswärtstätigkeiten oder Zwischenstopp zuhause

Serienelemente
Wichtige Neuregelungen für die, die "ständig" auf Reisen sind
Bild: Haufe Online Redaktion

Bei mehrtägigen Reisen bereitet oftmals die Abgrenzung Schwierigkeiten, für welche Tage die Pauschale von zwölf Euro und für welche Tage die volle Pauschale von 24 Euro gewährt werden kann. Auch diese stellt das ergänzte BMF-Schreiben zur Reisekostenreform nun klar.

Die Verpflegungspauschale von 24 EUR bei einer Abwesenheitsdauer von 24 Stunden, setzt eine mehrtägige (mindestens dreitägige) Auswärtstätigkeit voraus. Für den An- und Abreisetag einer mehrtägigen auswärtigen Tätigkeit mit Übernachtung außerhalb der Wohnung, kann - ohne jegliche Prüfung einer Mindestabwesenheitsdauer - eine Pauschale von jeweils 12 EUR vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden.

Neu ist: Im ergänzten Schreiben zum Reisekostenrecht 2014 wird darauf hingewiesen, dass eine mehrtägige Auswärtstätigkeit mit Übernachtung auch dann vorliegt, wenn die Tätigkeit über Nacht ausgeübt wird, anschließend die "Übernachtung" am Tag stattfindet und danach wieder die Tätigkeit über Nacht ausgeübt wird. Das gilt auch dann, wenn keine Übernachtungskosten anfallen, weil z. B. im Fahrzeug (Bus oder Lkw) geschlafen wird.

Beispiel

Verpflegungsmehraufwand bei Übernachtung im Fahrzeug

Lkw-Fahrer Sigmar G. beginnt montags eine mehrtägige Auswärtstätigkeit, die freitags endet. Wegen der Übernachtung im Lkw steht ihm keine Übernachtungspauschale zu.

Ergebnis: Die Verpflegungspauschalen werden unabhängig von der Übernachtungspauschale berücksichtigt, da es sich um eine andere Aufwendungsart handelt. Dem Lkw-Fahrer Sigmar G. steht für Montag und Fre­itag jeweils die Verpflegungspauschale von 12 EUR und für die Zwischentage (Dienstag bis Donnerstag) die Pauschale von jeweils 24 EUR zu. Das gilt auch, wenn der Fahrer nachts fährt und tags schläft.

Verpflegungsmehraufwand bei "Ketten-Auswärtstätigkeiten"

Folgen mehrere Auswärtstätigkeiten unmittelbar aufeinander, so hat dies keinen Einfluss auf die Verpflegungspauschale. Unterbrechungen führen jedoch zum Neubeginn. An diesen Tagen kann nur die Pauschale für den An-/Abreistag gewährt werden.

Beispiel

Verpflegungspauschale bei zwei aufeinanderfolgenden Dienstreisen

Der Ingenieur Peter A. aus Berlin ist von Montagabend bis Dienstag in München auswärts tätig. An diese Tätigkeit schließt sich am Dienstag gleich die Weiterreise nach Hamburg zu einer neuen auswärtigen Tätigkeit an. Peter A. fährt von München direkt nach Hamburg und kehrt am Mittwochmittag zu seiner Wohnung zurück.

Ergebnis: Peter A. stehen für Montag als Anreisetag und für Mittwoch als Rückreisetag jeweils 12 EUR Verpflegungsmehraufwand zu. Da Peter A. am Dienstag infolge der Abreise aus München und direkten Anreise nach Hamburg 24 Stunden von seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist, kann er für diesen Tag eine Pauschale von 24 EUR beanspruchen.

Abwandlung

"Ketten-Auswärtstätigkeit" mit Zwischenstopp zuhause

Ingenieur Peter A. sucht am Dienstag kurz seine Wohnung in Berlin auf, um Unterlagen und Kleidung einzupacken und fährt nach einer Stunde weiter nach Hamburg.

Ergebnis: In diesem Fall kann Peter A. auch für Dienstag als An-/Abreisetag nur 12 EUR Verpflegungspauschale beanspruchen. Eine Verpflegungspauschale von 24 EUR kann nur dann beansprucht werden, wenn Ingenieur Peter A. infolge seiner beruflichen Auswärtstätigkeit 24 Stunden von seiner ersten Tätigkeitsstätte und seiner Wohnung abwesend ist

(Quelle: Bundesfinanzministerium, ergänztes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 24. Oktober 2014, IV C 5 - S 2353/14/10002.)

Im nächsten Serienteil lesen Sie, in welchen Fällen ein Ortswechsel zum Neubeginn der Dreimonatsfrist führt.

Haufe Online Redaktion

Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand

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