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Rechengrößen 2014: Arbeitgeberanteile steigen bei Gutverdienern

Arbeitgeber zahlen in 2014 mehr Beiträge
Bild: Haufe Online Redaktion

Noch ist es nicht endgültig. Aber nach dem Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2014 ist mit Mehrausgaben bei den Nebenkosten fest zu rechnen.

Auch ohne steigende Beitragssätze wird 2014 mehr Geld an die Sozialversicherungsträger abzuführen sein. Da das Lohnniveau und auch die Lohnsteigerungen im Osten geringer waren, fallen die Steigerungen dort entsprechend moderater aus. Das Bundesfinanzministerium hat darauf hingewiesen, dass die Anpassungen der durchschnittlichen Lohnentwicklung folgen und damit eine schrittweise Entlassung der höheren Einkommensgruppen aus den Sozialsystemen verhindert wird.

Krankenversicherung: Höhere BBG, gleicher Beitragssatz

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt allerdings bundesweit einheitlich und wird von derzeit 3.937,50 EUR auf 4.050 EUR im Monat (bzw. jährlich von 47.250 auf 48.600 EUR) steigen. Bei einem unveränderten Beitragssatz mit einem Arbeitgeberanteil in Höhe von 7,3 % macht das im Jahr eine Mehrbelastung von 98,55 EUR aus. Das gilt für alle Arbeitnehmer mit einem Entgelt regelmäßig über der neuen BBG. Der Beitragssatz zur Krankenversicherung steht derzeit nicht zur Disposition. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird wie in den Jahren 2011, 2012 und 2013 auch im Jahr 2014 wohl erneut 0,00 Euro betragen. Deshalb gibt es auch wie bisher keinen Sozialausgleich.

Pflegeversicherung: Steigt der Beitragssatz kurzfristig?

Anders könnte es in der Pflegeversicherung aussehen. Hier ist eine Anhebung des Beitragssatzes in letzter Minute sogar wahrscheinlich. Es wird stark darauf ankommen, wie schnell die Koalitionsgespräche zu einem Ergebnis gebracht werden.  Bleibt es bei einem Arbeitgeberanteil von 1,025 % (ausgenommen Sachsen), machen die Mehrkosten durch die Anhebung der BBG für jeden Beschäftigten mit Entgelt oberhalb der BBG zusätzlich 13,84 EUR aus.

Deutliche BBG-Anpassung zur Renten- und Arbeitslosenversicherung

Keine Änderung ist für die Arbeitslosenversicherung im Beitragssatz zu erwarten. Die Anhebung der BBG in der Renten- und Arbeitslosenversicherung auf monatlich 5.950 EUR (Ost 5.000 EUR) bedeutet für den Arbeitgeberanteil im Rechtskreis West monatlich einen finanziellen Mehraufwand in Höhe von 16,46 EUR bzw. jährlich 197,16 EUR (Rechtskreis Ost monatlich 10,95 EUR/jährlich 131,40 EUR). Allerdings könnte es im Jahr 2014 zu eine Beitragsminderung kommen. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung könnte um 0,5 % auf dann 18,4 % gesenkt werden. Dies würde die Mehrbelastung durch die Anhebung der BBG zumindest für die Rentenversicherung mehr als aufheben.

Stabile Insolvenzgeldumlage

Stabil wird wohl die Insolvenzgeldumlage bleiben. Im vergangenen Jahr wurde der Satz auf 0,15 % festgesetzt mit dem Ziel einer Verstetigung. Betriebe sollen durch die Verstetigung des Umlagesatzes bei 0,15% zielsicher in den Phasen entlastet werden, in denen es ihnen aufgrund einer ungünstigen konjunkturellen Entwicklung am Schwersten fällt, die Insolvenzgeldumlage aufzubringen. Der Umlagesatz wird damit wohl auch 2014 bei 0,15% liegen.

Umlage zur Künstlersozialversicherung

Anders der Umlagesatz zur Künstlersozialversicherung. Der Entwurf der Künstlersozialabgabeverordnung sieht für 2014 erneut einen deutlich erhöhten Abgabesatz von 5,2 % vor.

Schlagworte zum Thema:  Sozialversicherungswerte, Beitragsbemessungsgrenze, Insolvenzgeldumlage, Künstlersozialversicherung

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