01.10.2013 | Betriebsveranstaltung

O'zapft is: Betriebsausflug aufs Oktoberfest

Ein Tag auf dem Oktoberfest: die Münchner Rutsch'n - ein Klassiker, der auch Erwachsene begeistert
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Auch ein Firmenausflug auf das Oktoberfest oder andere Veranstaltungen können bis zu 110 EUR steuerfrei bleiben.

Ziel von Betriebsfeiern ist vor allem die Kontaktpflege unter den Mitarbeitern. Weil dieses Ziel vor allem im Interesse des Arbeitgebers steht, sind herkömmliche Betriebsveranstaltungen grundsätzlich kein Arbeitslohn. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist u. a., dass es sich bei diesen Veranstaltungen um übliche Zuwendungen handelt. Die Üblichkeit ist gegeben, wenn die Zuwendung die Freigrenze von 110 EUR an den einzelnen Arbeitnehmer nicht übersteigt.

Neben Sommerfesten und Weihnachtsfeiern kommen auch Betriebsausflüge für die Anwendung der 110-EUR-Grenze in Betracht. Viele Firmen besuchen das Oktoberfest in München oder das Volksfest in Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen. Auch dies kann eine Betriebsveranstaltung sein.

Dabei darf der Arbeitgeber jedoch nicht einzelne Arbeitnehmer auswählen. Es ist zwar unschädlich, wenn eine Betriebsveranstaltung nur für eine Abteilung oder Organisationseinheit durchgeführt wird. Innerhalb dieser Gruppe muss aber jeder Arbeitnehmer die Teilnahmemöglichkeit besitzen. Bei Teilnahme des ganzen Betriebs ergeben sich keine Probleme.

Zu den üblichen Zuwendungen des Arbeitgebers, die in die Prüfung der Freigrenze einbezogen werden, gehören u. a. die Kosten für:

  • Speisen und Getränke;
  • Übernachtungs- und Fahrtkosten;
  • Aufwendungen für den äußeren Rahmen, für Räume (Zelte), Musik.

110-Freigrenze beachten - pro Arbeitnehmer und pro Veranstaltung

Gerade bei den steigenden Maßpreisen auf der Wies´n wichtig: Wird der Betrag von 110 EUR überschritten, und sei es nur geringfügig, z. B. um 1 EUR, so sind die Zuwendungen in vollem Umfang als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen.

In der Praxis ist aber üblich, dass der Arbeitgeber stattdessen die Lohnsteuer bei steuerpflichtigen Betriebsveranstaltungen mit einem Pauschsteuersatz von 25 % übernimmt - was das Gesetz ausdrücklich zulässt. Bei dieser Besteuerungsart entfallen auch die Beiträge zur Sozialversicherung. Ebenfalls möglich ist eine Zuzahlung der Mitarbeiter, um die 110 EUR-Grenze zu unterschreiten. Dies kommt insbesondere bei mehrtätigen Ausflügen in Betracht.

Nur zwei Veranstaltung pro Jahr

Die Üblichkeit der Betriebsveranstaltung bemisst sich auch nach der Zahl der jährlichen Veranstaltungen. Zwei Veranstaltungen jährlich sind üblich – jede weitere Veranstaltung ist unüblich. Wenn also bereits Sommerfest und Oktoberfestbesuch durchgeführt sind, wird mit der Weihnachtsfeier eine Veranstaltung steuerpflichtig. Allerdings hat der Arbeitgeber ein Wahlrecht, welche Betriebsveranstaltung er als Arbeitslohn versteuert.

110-Freigrenze bleibt unverändert

Nach einem aktuellen Urteil sieht der Bundesfinanzhof eine ständige Anpassung des Höchstbetrags (110-Freigrenze) an die Geldentwertung nicht als seine Aufgabe an. Nach seiner Auffassung war zumindest für das Streitjahr 2007 noch an der Freigrenze in Höhe von 110 EUR festzuhalten (vgl. BFH, Urteil vom 12.12.2012, VI R 79/10). Ob das auch für die Zukunft so gelten wird, bleibt abzuwarten.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsveranstaltung, Arbeitslohn, Arbeitnehmerbewirtung

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