| Oster- und Feiertagszuschläge

Diese steuerfreien Zuschläge können Sie Ihren Arbeitnehmern zahlen

Nicht nur der Osterhase - auch viele Arbeitnehmer müssen an den Feiertagen arbeiten
Bild: Haufe Online Redaktion

Ostern mit mehreren Feiertagen steht vor der Tür. Viele Firmen zahlen Ihren Arbeitnehmern, die an diesen Tagen arbeiten müssen, Zuschläge. Lesen Sie, worauf Sie achten müssen, damit die Zuschläge steuerfrei bleiben.

Die Steuerbefreiung für Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit setzt grundsätzlich voraus, dass diese neben dem sogenannten Grundlohn gezahlt werden.

An gesetzlichen Feiertagen bleibt ein Zuschlag bis zu 125 Prozent zum Grundlohn ohne Steuerbelastung. Auch Sozialversicherungsbeiträge werden insoweit nicht erhoben. Der Satz von 125 Prozent gilt an Karfreitag sowie Ostersonntag und -montag.

Feiertage im Sinne des Lohnsteuerrechts

Zu den gesetzlichen Feiertagen im Sinne des Lohnsteuerrechts gehört auch der Ostersonntag - auch dann, wenn er in den am Ort der Arbeitsstätte geltenden Vorschriften nicht ausdrücklich als Feiertag genannt wird (vgl. R 3b Abs. 3 Satz 3 LStR). Feiertagsarbeit ist die Arbeit in der Zeit von 0 Uhr bis 24 Uhr des jeweiligen Tags. Beginnt die Arbeit bereits vor 0 Uhr des Feiertags, so gilt auch die Arbeit in der Zeit von 0 bis 4 Uhr des folgenden Tags als Feiertagsarbeit. Der Zuschlagssatz gilt nur, soweit der für die Berechnung der steuerfreien Zuschläge maßgebende Stundengrundlohn 50 EUR nicht übersteigt. Zuschläge für Mehrarbeit und Überstunden sind immer steuer- und beitragspflichtig.

Zusätzlicher Zuschlag für Nachtarbeit

Wird an Feiertagen zusätzlich noch Nachtarbeit geleistet - zwischen 20 Uhr und 6 Uhr -, kann dem Arbeitnehmer neben dem Feiertagszuschlag auch noch der Nachtarbeitszuschlag gezahlt werden. Steuer- und beitragsfrei sind Nachtarbeitszuschläge bis 25 Prozent des Grundlohns. In den "Feiertagsnächten" ergibt sich damit ein möglicher steuer- und beitragsfreier Zuschlagsatz von 150 Prozent (in der Mai-Nacht sogar von 175 Prozent). Wichtig: Ein zusätzlicher Sonntagszuschlag wird am Ostersonntag nicht gewährt.

Voraussetzungen für die Steuerfreiheit

Zuschläge sind nur dann steuerfrei, wenn sie für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit gezahlt werden. Die Steuerbefreiung setzt grundsätzlich Einzelaufstellungen der tatsächlich erbrachten Arbeitsstunden an den Feiertagen voraus. Auf die Einzelabrechnung kann nur in Sonderfällen verzichtet werden, wenn die Arbeitsleistungen fast ausschließlich zu den begünstigten Zeiten zu erbringen sind (vgl. Bundesfinanzhof, Urteil vom 22. Oktober 2009, Aktenzeichen VI R 16/08).

Maßgeblicher Stunden- oder Grundlohn

Die Zuschläge beziehen sich auf den sogenannten Grundlohn. Das ist der laufende Arbeitslohn, der dem Mitarbeiter bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht. Arbeitgeber, die bei der Zahlung von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit nicht an einen Tarifvertrag gebunden sind, können die umfangreiche Grundlohnberechnung vermeiden. Das funktioniert, wenn sie Zuschläge vereinbaren, die sich ausschließlich an den in § 3 b EStG festgelegten Prozentsätzen und begünstigten Arbeitszeiten orientieren und als Bemessungsgrundlage den arbeitsrechtlich vereinbarten Stundenlohn haben. Da dieser in keinem Fall den steuerlich maßgebenden Grundlohn übersteigen kann, liegen die Zuschläge stets in den Grenzen und sind damit in vollem Umfang steuerfrei.

Ausblick: Feiertagsarbeiten am 1. Mai

Wird am 1. Mai gearbeitet, handelt es sich um besondere Feiertagsarbeiten, für die ein steuerfreier Zuschlag von 150 Prozent gezahlt werden kann.

Schlagworte zum Thema:  Feiertagszuschlag, Sonntagszuschlag

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