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| Steuerklassenwahl

Steuerklassen bei Ehegatten: Die günstigste Kombination wählen

Berufstätige Ehegatten haben die Wahl zwischen verschiedenen Steuerklassenkombinationen
Bild: Haufe Online Redaktion

Beiderseits berufstätige Ehegatten, können zwischen unterschiedlichen Steuerklassenkombinationen wählen. Die im Einzelfall zutreffende günstigste Steuerklassenwahl lässt sich in der jetzt vom Bundesfinanzministerium neu veröffentlichten Tabelle ablesen.

Im geänderten Merkblatt für das Jahr 2013 ist die Anhebung des Grundfreibetrags auf 8.130 Euro durch das Gesetz zum Abbau der kalten Progression berücksichtigt. Für Ehegatten, die beide Arbeitslohn beziehen, besteht die Möglichkeit einer Steuerklassenwahl. Sie können zwischen den Steuerklassenkombinationen IV/IV und III/V wählen. Seit 2010 steht als dritte Möglichkeit das Faktirverfahren bereit, das beim einzelnen Ehegatten-Arbeitnehmer zu einer geringeren Lohnsteuer als bei der Steuerklasse IV und damit bei der Steuerklasse V führt, aber mit einer höheren Belastung als bei der Steuerklasse III verbunden ist. Damit sollen die Nachteile der Steuerklasse V bei Doppelverdienern beseitigt werden, deren Jahresbezüge sich der Höhe nach deutlich voneinander unterscheiden.

Günstigste Steuerklassenkombination

Welche Steuerklassenkombination am günstigsten ist, also zum höchsten Nettolohn führt, richtet sich ausschließlich nach der Höhe des Arbeitslohns, den die beiden Ehegatten im jeweiligen Kalenderjahr zusammen beziehen. Die im Einzelfall zutreffende Steuerklassenwahl für den jeweiligen Arbeitslohn lässt sich in der zur Steuerklassenwahl jährlich veröffentlichten Tabelle ablesen.

Faustregel für die Steuerklassenwahl

Die folgende Faustregel bietet die Möglichkeit einer überschlägigen Berechnung: Der Steuerklassenkombination III/V ist aus steuerlicher Sicht der Vorzug gegenüber der Steuerklassenwahl IV/IV zu geben, wenn auf den weniger verdienenden Ehegatten weniger als 40 % der Gesamtbezüge entfallen, der Besserverdienende also mehr als 60 % des gesamten Bruttoarbeitslohns verdient.

Steuerklassenwahl nicht nur unter steuerlichen Gesichtspunkten treffen

Ehegatten sollten daran denken, dass Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld und Mutterschaftsgeld von dem zuletzt bezogenen Nettoarbeitslohn abhängen können. Für Arbeitnehmer in der Steuerklasse V sind diese Lohnersatzleistungen daher geringer als bei gleich hohem Bruttoarbeitslohn, für den die Lohnsteuer nach den Steuerklassen III oder IV einzubehalten ist.

Das geänderte Merkblatt zur Steuerklassenwahl 2013 kann auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums unter der Rubrik "Themen/Steuern/ Steuerarten/Lohnsteuer" heruntergeladen werden.

Haufe Online Redaktion

Steuerklasse, ELStAM, Ehegatte, Arbeitnehmereinkünfte, Lohnsteuerabzug

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