29.09.2016 | Meldeverfahren

A1-Bescheinigungen künftig maschinell

Maschinelle Beantragung einer A1-Bescheinigung ab 2017 möglich
Bild: everythingpossible - Fotolia

Für eine vorübergehende Tätigkeit im europäischen Ausland ist eine A1-Bescheinigung erforderlich. Um auf die immer spontaneren Arbeitseinsätze zu reagieren, erfolgen der Antrag und die Bescheinigung künftig maschinell. Die Details zu diesem neuen Dialog werden nun festgelegt.

Mit dem 6. SGB IV-Änderungsgesetz erhalten Arbeitgeber ab dem 1. Januar 2017 die Möglichkeit, A1-Bescheinigungen unmittelbar aus dem Abrechnungsprogramm zu beantragen. Die ausstellenden Stellen senden bei maschinellen Anträgen die A1-Bescheinigungen innerhalb von drei Arbeitstagen maschinell zurück. Nach zwei Jahren Probelauf soll das Verfahren für Arbeitgeber verpflichtend werden.

A1-Bescheinigung schützt vor doppelter Beitragszahlung

Sofern ein Auftrag im Ausland mit dem eigenen Personal gestemmt werden soll, wären neben der Beitragspflicht in Deutschland auch Beiträge im Ausland fällig. Um diese Doppelverbeitragung zu vermeiden, sehen die Regelungen des europäischen Gemeinschaftsrechts vor, dass bei einer Entsendung in einen anderen EU-Staat oder nach Island, Liechtenstein, Norwegen beziehungsweise in die Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin allein die deutschen Rechtsvorschriften gelten. Dies muss der entsandte Mitarbeiter im Beschäftigungsstaat mit einer A1-Bescheinigung nachweisen.

Neue Übertragungsform zwischen Sozialversicherung und Arbeitgebern

Um sicherzustellen, dass im Ausland die Unterlagen anerkannt werden, sendet die ausstellende Stelle die maschinelle A1-Bescheinigung als elektronisches Dokument in das Abrechnungsprogramm des Arbeitgebers. Dieses Dokument kann dann ausgedruckt und dem Arbeitnehmer übergeben werden.

Fehlende Angaben im Antrag führen zur Ablehnung

Vordergründiges Ziel bei der Umsetzung ist ein schlankes Dialogverfahren. Deswegen wird es keine maschinellen Rückfragen oder Zwischenmitteilungen geben. Sind die Angaben im maschinellen Antrag nicht vollständig, gibt es eine ablehnende maschinelle Rückantwort. In diesen Fällen muss der Antrag mit vollständigen Daten erneut gestellt werden.

Angaben über Auslandstätigkeit erfolgt über die Auswahl eines Tätigkeitsschlüssels

Im Antrag ist die genaue Beschäftigung im Ausland zu beschreiben. Um ein „Freitextfeld“ zu vermeiden, erfolgen diese Angaben im maschinellen Antrag über die Eingabe des Tätigkeitsschlüssels, der aus dem Meldeverfahren bekannt ist.

Zuständigkeit innerhalb der Sozialversicherung

Der Antrag auf Ausstellung einer A1-Bescheinigung ist grundsätzlich bei der Krankenkasse zu stellen. Ist der Arbeitnehmer privat krankenversichert, ist die Deutsche Rentenversicherung für den Antrag zuständig. Soweit dieser Arbeitnehmer zusätzlich berufsständisch versorgt ist, ist der Antrag an die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen zu senden.

Stufenweiser Einsatz des neuen Verfahrens

Um kein Schnellschuss zu wagen, wird das Verfahren in der Praxis zeitversetzt und stufenweise eingeführt. Ab dem 1. Juli 2017 erhalten Arbeitgeber die Möglichkeit, Anträge maschinell zu versenden. Ab dem 1. Januar 2018 reagieren die ausstellenden Stellen mit einer maschinellen A1-Bescheinigung. Ab dem 1. Juli 2019 soll das maschinelle Verfahren für Arbeitgeber verpflichtend werden.

Details regelt die Sozialversicherung in Gemeinsamen Grundsätzen

Die genannten Details regeln die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in den „Gemeinsamen Grundsätzen für das elektronische Antrags- und Bescheinigungsverfahren A1“. Diese Grundsätze sollen in der kommenden Besprechung zum gemeinsamen Meldeverfahren am 19. Oktober 2016 verabschiedet werden.

Schlagworte zum Thema:  Entsendung, Sozialversicherung, Meldeverfahren

Aktuell

Meistgelesen