02.12.2014 | Serie Jahreswechsel 2014/2015: Entgelt

Mehrarbeit durch den kassenindividuellen Zusatzbeitrag

Serienelemente
Durchschnittlicher und kassenindividueller Zusatzbeitrag
Bild: Haufe Online Redaktion

Ab dem 1. Januar 2015 können Krankenkassen, die mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ihren Finanzbedarf nicht decken können, einen prozentualen Zusatzbeitragssatz erheben. Auf Arbeitgeber kommt damit Mehrarbeit zu.

Der prozentuale Zusatzbeitragssatz kann zusätzlich zum einheitlichen Beitragssatz von 14,6 Prozent  erhoben werden. Er ist vom durchschnittlichen Zusatzbeitrag abzugrenzen, denn dieser gilt nur als Gradmesser.

Das Bundesgesundheitsministerium hat auf Empfehlung des GKV-Schätzerkreises für das Jahr 2015 einen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz in Höhe von 0,9 Prozent festgelegt. Er ist Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze und trägt zur Transparenz für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen bei.

Wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für alle erhoben?

Für bestimmte Personengruppen ist er anstatt des kassenindividuellen Zusatzbeitrages anzuwenden. Insbesondere bei

  • Geringverdienern (Azubis  mit einem Arbeitsentgelt bis 325 EUR im Monat) und
  • Beziehern von Arbeitslosengeld II

gilt der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz. Das gilt selbst dann, wenn die Krankenkasse keinen kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz erhebt. Die Beitragstragung erfolgt durch Dritte; zum Beispiel bei Empfängern von Arbeitslosengeld II durch den Bund.

Welche Auswirkungen hat der Zusatzbeitrag auf die Entgeltabrechnung?

Um einen möglichen Zusatzbeitrag richtig zu erfassen, müssen viele Details im Vorfeld geklärt werden. In der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist es wichtig zu wissen, ob die Krankenkasse des abzurechnenden Mitarbeiters einen Zusatzbeitrag erhebt. Dies erfordert eine zusätzliche Prüfung. Weiterhin ist zu klären, wie hoch der Zusatzbeitrag ist und ab wann dieser erhoben wird.

Wie erhalten Arbeitgeber Informationen über die jeweiligen Zusatzbeiträge?

Der GKV-Spitzenverband ist verpflichtet, eine laufend aktualisierte Übersicht der Zusatzbeitragssätze der Krankenkassen ab 2015 im Internet zu veröffentlichen. Dort steht dann eine Krankenkassenliste zur Einsicht oder zum Download bereit (www.gkv-spitzenverband.de - Stichwort Zusatzbeitragssatz).

Gibt es auch eine Hinweispflicht der Krankenkassen?

Nach dem GKV-FQWG sind die Krankenkassen im Falle der erstmaligen Erhebung oder Erhöhung eines Zusatzbeitrags verpflichtet, ihre Mitglieder vorab in einem gesonderten Schreiben auf das bestehende Sonderkündigungsrecht hinzuweisen. Die Hinweispflicht besteht auch in Bezug auf die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes und die beim GKV-Spitzenverband verfügbare Krankenkassenliste. Krankenkassen, deren kassenindividueller Zusatzbeitragssatz den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz übersteigt, müssen ausdrücklich auf die Möglichkeit hinweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln.

Schlagworte zum Thema:  Zusatzbeitrag, Jahreswechsel, Sozialversicherung, Entgelt

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