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08.05.2014 | Serie Lohnsteuerrichtlinien 2015

Höhere Freigrenzen für Aufmerksamkeiten und Arbeitsessen

Serienelemente
Geburtstagsgeschenke an Arbeitnehmer dürfen künftig etwas mehr kosten
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Das Bundesfinanzministerium hat kürzlich den Entwurf der Lohnsteueränderungsrichtlinien 2015 veröffentlicht. Wir fassen bereits jetzt Schwerpunkte und erste Zweifelsfragen zusammen. Besonders hinzuweisen ist auf die höhere Steuerfreigrenze für Aufmerksamkeiten und Arbeitsessen.

Der Entwurf der Lohnsteueränderungsrichtlinien berücksichtigt im Wesentlichen die Rechtsänderungen aus zwischenzeitlich ergangenen Gesetzen, der neueren Rechtsprechung und den Verwaltungsentscheidungen. Nach einer Verbandsanhörung und der abschließenden Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder soll die politische Umsetzung im Herbst 2014 erfolgen. Ab 2015 werden sie beim Lohnsteuerabzug anzuwenden sein.

Die Richtlinien gelten auch für frühere Zeiträume, soweit sie vor 2015 anzuwendende Gesetzesregelungen betreffen oder lediglich eine Erläuterung der Rechtslage darstellen.

  • Freigrenze für Sachzuwendungen wird auf 60 Euro angehoben

Zu den nicht lohnsteuerpflichtigen Aufmerksamkeiten gehören Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 40 EUR brutto (z. B. Blumen oder ein Buch), die dem Mitarbeiter oder seinem Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses (z. B. Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes) zugewendet werden. 

Geplante Änderung:

Mit Wirkung ab 1. Januar 2015 soll diese Freigrenze auf 60 EUR erhöht werden (R 19.6 Abs. 1 LStÄR 2015).

Achtung: Geldzuwendungen sind auch innerhalb der Grenze stets steuer- und beitragspflichtig.

  • Freigrenze für Belohnungsessen wird ebenfalls auf 60 EUR angehoben

Ebenfalls nicht steuerpflichtig sind  sog. Arbeitsessen deren Wert beim einzelnen Arbeitnehmer 40 EUR brutto nicht übersteigt. Ein Arbeitsessen in diesem Sinne liegt vor, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeitern anlässlich oder während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes (z. B. während einer außergewöhnlichen betrieblichen Besprechung), im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse an einer günstigen Gestaltung des Arbeitsablaufs Speisen bis zu dieser Freigrenze unentgeltlich oder teilentgeltlich überlässt.

Geplante Änderung:

Auch bei dieser Freigrenze sieht der Entwurf der Lohnsteueränderungsrichtlinien 2015 eine Erhöhung zum 1. Januar 2015 auf 60 EUR brutto vor (R 19.6 Abs. 2 LStÄR 2015).

  • Sachgeschenke im Rahmen von Betriebsveranstaltungen bis 60 EUR möglich

Zuwendungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer bei üblichen Betriebsveranstaltungen werden bisher als Leistungen im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht besteuert, wenn die Freigrenze von 110 EUR je Arbeitnehmer und Veranstaltung eingehalten wird.

Geplante Änderung:

Bei der Prüfung dieser Grenze sollen zukünftig Sachgeschenke an den einzelnen Arbeitnehmer anlässlich von Betriebsveranstaltungen (z. B. Präsentkorb) ebenfalls bis 60 EUR in die Gesamtkosten der Betriebsveranstaltungen einbezogen und bei Überschreiten der 110-Euro-Grenze mit 25 % pauschal besteuert werden können (R 19.5 Abs. 6 LStÄR 2015).

Achtung: Ansonsten enthält der Entwurf noch keine Ausführungen zur Umsetzung der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu Betriebsveranstaltungen (u. a. zur Definition der 110-Euro-Freigrenze, einzubeziehende Gesamtkosten ohne äußeren Rahmen, Zurechnung von Angehörigen-Anteilen).

Hier sind noch weitere Änderungen zu erwarten. Zu Einzelheiten siehe auch unsere unverändert gültige News "Streit um neue Regeln für Betriebsfeiern" mit Handlungsempfehlungen.

Haufe Online Redaktion

Arbeitsessen, Betriebsveranstaltung, Aufmerksamkeit, Lohnsteuerrichtlinien

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