| Erdbeben in Nepal

Lohnsteuermaßnahmen zur Unterstützung der Erdbebenopfer in Nepal

Die Finanzverwaltung gewährt Vereinfachungen bei Arbeitslohnspenden und Beihilfen an Betroffene des Erdbebens
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Erdbebenkatastrophe in Nepal hat weltweit Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst. Die Bundesregierung will die hohe Spendenbereitschaft in Deutschland unterstützen. Aufgrund der erheblichen Schäden gewährt die Finanzverwaltung Vereinfachungen für Arbeitslohnspenden und Beihilfen an Betroffene.

Das Bundesministerium der Finanzen hat im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder Regelungen erlassen, die steuerliche Erleichterungen bei Unterstützungen zugunsten der Opfer des Erdbebens in Nepal vorsehen. Die Vereinfachungen gelten zeitlich begrenzt bis zum 31. Dezember 2015. Darunter sind auch Erleichterungen bei der Lohnsteuer.

Unterstützung betroffener Arbeitnehmer

Beihilfen und Unterstützungen des Arbeitgebers an betroffene Arbeitnehmer sind bis zu einem Betrag von 600 Euro steuerfrei (nach § 3 Nr. 11 EStG; keine Prüfung der Voraussetzungen nach R 3.11 Abs. 2 LStR). Der 600 Euro übersteigende Betrag gehört ebenfalls nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn unter Berücksichtigung der Einkommens- und Familienverhältnisse des Arbeitnehmers ein besonderer Notfall vorliegt. Im Allgemeinen kann bei den durch das Erdbeben in Nepal betroffenen Mitarbeitern von einem solchen Notfall ausgegangen werden. 

Steuerfreie Arbeitgeberdarlehen

Ebenfalls steuerfrei sind Zinszuschüsse und Zinsvorteile bei Darlehen, die zur Beseitigung von Schäden durch das Erdbeben aufgenommen worden sind. Dies gilt für die gesamte Laufzeit des Darlehens. Voraussetzung ist allerdings, dass das Darlehen die Schadenshöhe nicht übersteigt.

Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Dabei ist auch zu dokumentieren, dass der die Leistung empfangende Arbeitnehmer durch das Hochwasser zu Schaden gekommen ist.

Steuerfreie Arbeitslohnspende

Verzichten Arbeitnehmer auf die Auszahlung von Teilen des Arbeitslohns oder auf Teile eines angesammelten Wertguthabens auf einem Zeitwertkonto/Arbeitszeitkonto

  • zugunsten einer Beihilfe/Unterstützungsleistung des Arbeitgebers an von dem Erdbeben in Nepal betroffene Arbeitnehmer des Unternehmens oder
  • zugunsten einer Zahlung des Arbeitgebers auf ein Spendenkonto einer hierzu empfangsberechtigten Organisation

bleiben diese Lohnteile bei der Feststellung des steuerpflichtigen Arbeitslohns außer Ansatz, wenn der Arbeitgeber die Verwendungsauflage erfüllt und dies dokumentiert - sog. Arbeitslohnspende.

Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist im Lohnkonto aufzuzeichnen. Hiervon kann allerdings abgesehen werden, wenn stattdessen der Arbeitnehmer seinen Verzicht schriftlich erklärt hat und diese Erklärung zum Lohnkonto genommen worden ist. Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist nicht in der Lohnsteuerbescheinigung anzugeben.

Kein Spendenabzug für Arbeitslohnspende

Die steuerfrei belassenen Lohnanteile dürfen bei der Einkommensteuererklärung nicht als Spende berücksichtigt werden.

Hinweis: Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 19. Mai 2015, Aktenzeichen IV C 4 - S 2223/07/0015 :013.

Schlagworte zum Thema:  Spende, Steuerentlastung

Aktuell

Meistgelesen