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| Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren 2015

Freibeträge müssen neu beantragt werden

Arbeitnehmer sollten Lohnsteuerfreibeträge für 2015 rechtzeitig neu beantragen
Bild: Haufe Online Redaktion

Personaler sollten ihre Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass Lohnsteuerfreibeträge für 2015 grundsätzlich neu beantragt werden müssen. Für den Entgeltabrechner selbst ist wichtig, dass immer die in der Elstam-Datenbank hinterlegten Daten maßgeblich sind - mit oder ohne Freibetrag.

Bei den persönlichen Freibeträgen wird im Lohnsteuerverfahren 2015 die jahresbezogene Betrachtungsweise fortgesetzt. Die Berücksichtigung antragsabhängiger Freibeträge setzt deshalb einen neuen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt voraus.

Freibeträge für den Lohnsteuerabzug, zum Beispiel für Werbungskosten aufgrund Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte, müssen in jedem Fall neu beantragt werden. Das Entsprechende gilt für Arbeitnehmer mit Steuerklasse II und Kindern ab 18 Jahren und für das Faktorverfahren bei Doppelverdiener-Ehegatten

Abweichend davon werden Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene automatisch ohne neuen Antrag bis zu dem nachgewiesenen Gültigkeitsende berücksichtigt. Das Gleiche gilt für mehrjährig gewährte Kinderfreibetragszähler für volljährige Kinder.

Antragsfrist für den Ermäßigungsantrag

Der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2015 kann bis 30. November 2015 gestellt werden. Wird der Antrag spätestens im Januar 2015 gestellt, werden etwaige Freibeträge noch rückwirkend zum 1. Januar 2015 gewährt. Danach gilt, dass der Jahresfreibetrag auf die noch verbleibenden Lohnzahlungszeiträume des Kalenderjahres gleichmäßig verteilt wird; jeweils mit Wirkung vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt.

Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Die Mitarbeiter, bei denen sich der bisher eingetragene Freibetrag im Vergleich zu den Vorjahren nicht geändert hat, können einen vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (zweiseitig) stellen. Mitarbeiter, die erstmals einen Lohnsteuerfreibetrag beantragen, müssen den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (vierseitig) verwenden.

Einen Antrag auf Eintragung eines Freibetrags wegen erhöhter Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlicher Belastungen kann nur dann gestellt werden, wenn die Aufwendungen oder die abziehbaren Beträge insgesamt eine Antragsgrenze von 600 Euro überschreiten. Bei den Werbungkosten muss zudem der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro überschritten sein.

Berücksichtigung beim Lohnsteuerabzug

Ist beim Mitarbeiter im Rahmen des Lohnsteuerermäßigungs­verfahrens für das Kalenderjahr 2015 ein Freibetrag zu berücksichtigen, muss das Finanzamt dies als Lohnsteuerabzugsmerkmal in der Elstam-Datenbank speichern. Der Arbeitgeber erhält die geänderten Lohnsteuerabzugsmerkmale (einschließlich der Freibeträge) mit der nächsten monatlichen Änderungsliste übermittelt und muss diese beim Lohnsteuerabzug zwingend anwenden.

Hinweis

Die bereits in § 39a Absatz 1 Satz 3 bis 5 EStG enthaltene Möglichkeit einer zweijährigen Berücksichtigung des Freibetrages wird erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt; der Starttermin hierfür wird das Bundesfinanzministerium durch ein Schreiben  bekanntgeben (§ 52 Absatz 50h EStG).

Dem Arbeitnehmer ist es darüber hinaus möglich, seine Elstam über das Elster-Online-Portal einzusehen. Dazu ist eine kostenfreie Registrierung unter Verwendung der Identifikationsnummer im ElsterOnline-Portal für Arbeitnehmer notwendig.

Haufe Online Redaktion

ELStAM, Freibetrag, Lohnsteuerermäßigung

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