Lohnsteuer 2019: Betriebliche Altersvorsorge

Für eine möglichst hohe Abdeckung der betrieblichen Altersvorsorge wurde im letzten Jahr das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) beschlossen. Die nun vorgesehen (Folge-)Änderungen sind vor allem redaktioneller Natur.

Im Rahmen der bAV-Reform wurde unter anderem der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung auf acht Prozent angehoben (Höchstbetrag 2019: 6.432 Euro; vergleiche § 3 Nummer 63 Satz 1 EStG).

bAV-Förderung für verschiedene Auszahlungsformen

Die nun vorgesehen (Folge-)Änderungen sind vor allem redaktioneller Natur. Beispielsweise werden die begünstigten Auszahlungsformen direkt im Gesetz geregelt. Allein die Möglichkeit, anstelle einer lebenslangen Leibrente oder Ratenzahlungen eine Einmalkapitalauszahlung zu wählen, steht der Steuerfreiheit im Zeitpunkt der Beitragszahlung nicht entgegen. Entscheidet sich Mitarbeiter allerdings vor dem letzten Jahr des Beginns der Rentenleistung für eine Einmalkapitalauszahlung, sind die Voraussetzungen der Steuerbefreiung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erfüllt und die Beitragsleistungen sind zu versteuern.

bAV: Anrechnung pauschal besteuerter Beiträge

Auf den steuerfreien Höchstbetrag sind Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung anzurechnen, die pauschal besteuert werden. Für die Anwendung der früheren Pauschal­besteuerung bis zu 1.752 Euro (§ 40b Absatz 1 und 2 EStG in der Fassung vor 2005) ist nur noch entscheidend, ob vor dem 1. Januar 2018 mindestens ein Beitrag des Arbeitgebers zum Aufbau einer kapital­gedeckten Altersversorgung an eine Pensionskasse oder Direkt­versicherung rechtmäßig pauschal besteuert wurde. 

Im Ergebnis kann es damit nicht nur zur Weiteranwendung sondern auch in manchen Fällen zur Wiederanwendung der alten Vorschrift kommen.

bAV: Wahlrecht zwischen Steuerbefreiung und Pauschalbesteuerung

Durch eine weitere Gesetzesänderung entfällt die bisherige Voraussetzung, dass der oder die Betroffene auf die alternativ zu gewährende Steuerbefreiung verzichten muss (§ 52 Absatz 4 Satz 12 f. und Absatz 40 Satz 2 EStG). Damit erübrigt sich auch die dafür bisher vorgesehene Dokumentationspflicht des Arbeitgebers. Faktisch besteht jetzt in vielen Fällen ein Wahlrecht zwischen vollständiger Steuerbefreiung und Pauschalbesteuerung (mit darüber hinaus verbleibender Steuerbefreiung). Die Pauschalbesteuerung führt in der Auszahlungsphase regelmäßig zu einer geringeren Steuerbelastung.

Quelle: Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften.

Das Gesetz wird nach Unterzeichnung des durch den Bundespräsidenten und Verkündung im Bundesgesetzblatt in weiten Teilen zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.