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18.08.2016 | Serie Lohn von A-Z

F wie Fortbildung

Serienelemente
Bild: Michael Bamberger

Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung auf Kosten des Arbeitgebers bleiben steuerfrei, wenn sie in ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden.

Ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse liegt vor, wenn die Bildungsmaßnahme die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb des Arbeitgebers erhöhen soll.

Weiterbildung muss nicht innerhalb der Arbeitszeit stattfinden

Die Annahme eines ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesses des Arbeitgebers setzt nicht voraus, dass der Arbeitgeber die Teilnahme an der Bildungsmaßnahme zumindest teilweise auf die Arbeitszeit anrechnet. Geschieht das jedoch, soll ohne weitere Prüfung ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse und damit die Steuerfreiheit der beruflichen Fort- und Weiterbildungsleistungen zu unterstellen sein; z. B. bei Meisterkursen, die der Arbeitgeber mindestens teilweise auf die Arbeitszeit anrechnet (R 19.7 Abs. 2 LStR). Dies gilt auch für Sprachkurse im Ausland.

Schriftliche Zusage des Arbeitgebers zur Kostenübernahme

Ein ganz überwiegendes eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers kann neuerdings auch vorliegen, wenn der Mitarbeiter bezogen auf die infrage stehende Bildungsmaßnahme Rechnungsempfänger ist. Das setzt allerdings voraus, dass der Arbeitgeber die Übernahme bzw. den Ersatz allgemein oder für die besondere Bildungsmaßnahme vor Vertragsabschluss schriftlich zugesagt hat (R 19.7 Abs. 1 S. 4 LStR).

Auch berufsbegleitendes Studium bleibt steuerfrei

Auch ein berufsbegleitendes Studium auf Kosten des Arbeitgebers bleibt unbesteuert, wenn es in ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse des Arbeitgebers durchgeführt wird. Das ist zu bejahen, wenn die Bildungsmaßnahme die Einsatz­fähigkeit des Mitarbeiters im Betrieb des Arbeitgebers erhöhen soll. Ist der Mitarbeiter selbst Schuldner der Studiengebühren muss der Arbeitgeber aber die Übernahme bzw. den Ersatz vor Vertragsabschluss schriftlich zugesagt haben. Es ist ausdrücklich nicht erforderlich, dass der Arbeitgeber die übernommenen Studien­gebühren vom Arbeitnehmer zurückfordern kann (BMF-Schreiben vom 13.04.2012; BStBl 2012 I S. 531).

Haufe Online-Redaktion

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