11.10.2016 | Serie Lohn von A-Z

W wie Werbungskostenersatz

Serienelemente
Bild: Michael Bamberger

Werbungskostenersatz durch den Arbeitgeber stellt Arbeitslohn dar und ist daher grundsätzlich der Lohnsteuer zu unterwerfen.

Ersatz für Aufwendungen, die bei der Steuererklärung des Mitarbeiters Werbungskosten darstellen würden, ist als steuerpflichtiger Arbeitslohn grundsätzlich der Lohnsteuer zu unterwerfen. Er bleibt nur steuerfrei soweit dies gesetzlich bestimmt ist. Im Lohnsteuerabzugsverfahren ist eine Saldierung nicht möglich.

Somit sind auch Vergütung des Arbeitgebers zum Ersatz von Kontoführungsgebühren und zum Ersatz der Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerpflichtig (R 19.3 Abs. 3 LStR).

Wann steuerfreier Ersatz zulässig ist

Ausnahmsweise zulässig ist der steuerfreie Ersatz von Reisekosten, Umzugskosten und Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung (§ 3 Nr. 16 EStG), typischer Berufskleidung (§ 3 Nr. 31 EStG) und Werkzeuggeld (§ 3 Nr. 30 EStG).

Lohnumwandlung

Die Umwandlung steuerpflichtiger Teile des Gehalts in steuerfreie Teile (Gehalts-/ Lohnumwandlung) wird bei tatsächlicher Durchführung der Vereinbarungen grundsätzlich anerkannt. Die Rechtsprechung hat die Zulässigkeit von Lohnum­wandlungen (mit anschließendem Kostenersatz) vom jeweiligen Wortlaut der Begünstigungsnorm sowie deren Sinn und Zweck abhängig gemacht. So können z.B. Vergütungen zur Erstattung von Reisekosten (§ 3 Nr. 16 EStG) steuerfrei sein, auch wenn sie der Arbeitgeber aus umgewandeltem Arbeitslohn zahlt.

Voraussetzung ist jedoch, dass Arbeitgeber und Mitarbeiter die Lohnumwandlung vor der Entstehung des Vergütungsanspruchs vereinbaren. Es genügt also nicht, dass der Arbeitgeber lediglich aus dem Arbeitslohn Teile herausrechnet und als steuerfrei behandelt.

Durchlaufende Gelder

Mangels Bereicherung sind kein Arbeitslohn Beträge, die Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber erhalten, um sie für diesen auszugeben (durchlaufende Gelder). Das Gleiche gilt für Beträge, durch die Auslagen von Mitarbeitern für den Arbeitgeber ersetzt werden (Auslagenersatz, siehe dazu auch den Buchstaben A wie Aufmerksamkeiten in dieser Serie).

Die Aktenzeichen X und Y bleiben auch beim Lohnsteuerabzug weiter ungelöst und deshalb bildet den letzten Teil der Serie der Buchstabe Z.

Schlagworte zum Thema:  Werbungskosten, Lohn, Lohnsteuer

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