04.10.2016 | Serie Lohn von A-Z

U wie Unfallversicherung

Serienelemente
In Sachen Unfallversicherung sind bei der Lohnsteuer verschiedene Fälle zu unterscheiden.
Bild: Corbis

Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur bei Unfällen, die auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause oder während der Arbeitszeit passieren. Viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern daher zusätzliche eine freiwillige betriebliche Unfallversicherung an.  Was ist dabei lohnsteuerlich zu beachten?

Die Verschaffung von Versicherungsschutz, zum Beispiel im Rahmen einer Unfallversicherung, stellt grundsätzlich steuer- und sozialversicherungpflichtigen Arbeitslohn dar, soweit es sich nicht um berufliche Risiken handelt.

Eigener Anspruch des Mitarbeiters gegen die Versicherungsgesellschaft

Steht dem Mitarbeiter ein eigener Anspruch gegen die Versicherungsgesellschaft zu, handelt es sich bei den Prämienzahlungen des Arbeitgebers für eine Unfallversicherung bereits im Zeitpunkt der Zahlung insoweit um Arbeitslohn, als private Risiken des Arbeitnehmers von der Versicherung abgedeckt werden.

Einzel- oder Gruppenunfallversicherung: Versicherung für fremde Rechte

Handelt es sich bei vom Arbeitgeber geschlossenen Unfallversicherungen für seine Mitarbeiter um Versicherungen für fremde Rechnung, bei denen die Ausübung der Rechte aus dem Versicherungsvertrag ausschließlich dem Arbeitgeber zusteht, sind die Beitragsleistungen im Zeitpunkt der Zahlung durch den Arbeitgeber kein Arbeitslohn.

Erhält ein Arbeitnehmer Leistungen aus einem solchen Vertrag, führen die bis dahin entrichteten, auf den Versicherungsschutz des Arbeitnehmers entfallenden Beiträge im Zeitpunkt der Auszahlung zu Arbeitslohn, begrenzt auf die dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin ausgezahlte Versicherungsleistung. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um eine Einzel- oder um eine Gruppenunfallversicherung handelt.

Steuerfreier Reisekostenersatz

Beitragsteile, mit denen Unfälle auf Dienstreisen versichert sind, werden als steuerfreier Reisekostenersatz angesehen. Bei Unfallversicherungen, die nur berufliche Unfälle versichern, sind dies 40 Prozent, bei Unfallversicherungen gegen alle Unfälle 20 Prozent der Prämien (BMF-Schreiben v. 28.10.2009, BStBl 2009 I S. 1275).

Zukunftssicherungsleistungen

Bei Zukunftssicherungsleistungen geht die Finanzverwaltung davon aus, dass Barlohn vorliegt. Das gilt unabhängig davon ob der Mitarbeiter Versicherungsnehmer oder versicherte Person ist. Die 44-EUR-Freigrenze für Sachbezüge kann daher bei Zukunftssicherungsleistungen nicht angewendet werden (BMF vom 10.10.2013, BStBl 2013 I S. 1301).

Schlagworte zum Thema:  Unfallversicherung, Lohn, Lohnsteuer

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