29.09.2016 | Serie Lohn von A-Z

T wie Trinkgeld

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Trinkgelder sind in der Regel steuerfrei.
Bild: Pixabay

Freiwillige Trinkgelder sind keine Arbeitgeberleistungen und daher nicht Bestandteil des Arbeitslohns. Sie sind somit auch steuerfrei. Anders verhält es sich, wenn ein Rechtsanspruch auf Trinkgeld besteht. Dann wird Lohnsteuer fällig.

Trinkgelder sind ohne betragsmäßige Begrenzung steuerfrei, wenn sie dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin

  • anlässlich einer Arbeitsleistung,
  • von Dritten,
  • freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht,
  • zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für die Arbeitsleistung zu zahlen ist (§ 3 Nr. 51 EStG).

Freiwilliges Trinkgeld

Zu den freiwilligen Trinkgeldern gehören zum Beispiel Trinkgelder im Gaststättengewerbe, an Hotelportiers, Friseurgehilfen, Therapeuten, Kaminkehrer usw. Dazu zählen auch übliche Geldgeschenke an Hausmeister, Müllwerker, Postboten und Zeitungs­austräger. 

Um freiwillige Trinkgelder handelt es sich auch, wenn der Arbeitgeber von ihrer Hingabe nichts weiß oder, wie zum Beispiel häufig in Alten- und Pflegeheimen, ihre Entgegennahme ausdrücklich untersagt ist.

Begriffsdefinition "Trinkgeld"

Zum Begriff des Trinkgelds gehört es, dass Trinkgeld und honorierte Leistung korrespondierend gegenüberstehen, weil die durch die Zuwendung "belohnte" Dienstleistung dem Leistenden unmittelbar zugutekommt (vgl. BFH-Urteil vom 10.03.2015, BStBl 2015 II S. 767).

Ausnahme: Trinkgelder in einer Spielbank

Aus dem Spielbanktronc finanzierte Zahlungen an die Mitarbeiter einer Spielbank sind hingegen mangels persönlicher Beziehung nach der Rechtsprechung keine steuerfreien Trinkgelder (BFH-Urteil v. 18.12.2008, BStBl 2009 II S. 820). Anders hingegen Zahlungen von Spielbankkunden an die Saalassistenten. Die Steuerfreiheit entfällt nicht dadurch, dass der Arbeitgeber als eine Art Treuhänder bei der Auf­bewahrung und Verteilung der Gelder eingeschaltet ist (BFH-Urteil vom 18.06.2015, VI R 37/14).

Rechtsanspruch auf Trinkgeld

Besteht auf die Gewährung von Trinkgeldern, Bedienungszuschlägen und ähnlichen Zuwendungen ein Rechtsanspruch, unterliegen diese Beträge in gleicher Weise wie der übrige Arbeitslohn dem Lohnsteuerabzug. Trinkgelder dieser Art haben i. d. R. in Tarifverträgen, in Betriebsvereinbarungen oder in einem Vertragsverhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Trinkgeldgeber ihre Rechtsgrundlage.

Schlagworte zum Thema:  Trinkgeld, Lohn, Lohnsteuer

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