20.09.2016 | Serie Lohn von A-Z

O wie Optionsrecht

Serienelemente
Aktienoptiionsprogramme sind ein beliebtes Vergütungsmodell.
Bild: Haufe Online Redaktion

Häufig werden Führungskräfte über Aktienoptionsmodelle am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Hierbei werden den Arbeitnehmern Kauf- oder Verkaufsoptionsrechte für Aktien eingeräumt. Steuerpflichtiger Arbeitslohn entsteht dabei erst, wenn der Mitarbeiter sein Optionsrecht ausübt.

Wird dem Mitarbeiter im Rahmen des Dienstverhältnisses das Recht auf den späteren Erwerb insbesondere von Aktien zu einem feststehenden Preis eingeräumt, liegt darin zunächst nur die Verschaffung einer Chance. Ein geldwerter Vorteil fließt dem Berechtigten grundsätzlich erst mit der Ausübung des Optionsrechts zu.

Handelbare und nicht handelbare Aktienoptionen

  • Bei nicht handelbaren Aktienoptionsrechten liegt weder bei Einräumung noch im Zeitpunkt der erstmaligen Ausübbarkeit ein Zufluss von Arbeitslohn vor (BFH vom 20.6.2001, BStBl 2001 II S. 689).
  • Auch bei handelbaren Optionsrechten fließt ein geldwerter Vorteil grundsätzlich erst zu, wenn die Aktien unentgeltlich oder verbilligt in das wirtschaftliche Eigentum des Arbeitnehmers gelangen (BFH vom 20.11.2008, BStBl 2009 II S. 382).
  • Ein geldwerter Vorteil fließt nicht zu, solange dem Arbeitnehmer eine Verfügung über die im Rahmen eines Aktienoptionsplans erhaltenen Aktien rechtlich unmöglich ist (BFH vom 30.6.2011, BStBl 2011 II S. 923).
  • Im Gegensatz dazu stehen Sperr- und Haltefristen einem Zufluss nicht entgegen (BFH vom 30.9.2008, BStBl 2009 II S. 282).
  • Der Vorteil aus einem vom Arbeitgeber eingeräumten Aktienoptionsrecht fließt dem Arbeitnehmer zu, wenn er das Recht ausübt oder anderweitig verwertet. Eine solche Verwertung liegt insbesondere vor, wenn der Arbeitnehmer das Recht auf einen Dritten überträgt (BFH vom 18.9.2012, BStBl 2013 II S. 289).

Höhe des steuerpflichtigen Arbeitslohns bei Ausübung des Optionsrechts

Im Zuflusszeitpunkt liegt Arbeitslohn in Höhe der Differenz zwischen dem Kurswert der überlassenen Aktie am maßgebenden Bewertungsstichtag und den Aufwendungen des Arbeitnehmers für die überlassenen Aktien und/oder das Optionsrecht vor.

Der geldwerte Vorteil gilt an dem Tag als zugeflossen, an dem dem Mitarbeiter das wirtschaftliche Eigentum an den Aktien verschafft wird. Das ist der Tag der Einbuchung der Aktien in das Depot. Aus Vereinfachungsgründen bestehen keine Bedenken, wenn auf den Tag der Ausbuchung beim Überlassenden abgestellt wird.

Schlagworte zum Thema:  Option, Lohn, Lohnsteuer

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