15.09.2016 | Serie Lohn von A-Z

N wie Nettolohnvereinbarung

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Bild: Michael Bamberger

Im Allgemeinen wird im Arbeitsvertrag ein Bruttolohn vereinbart, der nach Minderung um die gesetzlichen Abzüge den an den Arbeitnehmer auszuzahlenden Nettolohn ergibt. Stattdessen kann aber auch eine Nettolohnvereinbarung (auch Nettolohnabrede genannt) beschlossen werden.

Nettolohn ist der Betrag, der ohne Minderung um die gesetzlichen Abzüge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf Kirchensteuer und den Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozial­versicherungsbeitrag) an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird.

Voraussetzungen für eine Nettolohnvereinbarung

Steuerrechtlich setzt eine Nettolohnvereinbarung voraus, dass der Nettobetrag fest vereinbart ist und der Bruttobetrag bei gleich bleibender Höhe des Nettobetrags veränderlich ist. Arbeitsrechtlich liegt dann eine originäre Nettolohnvereinbarung vor. Sie wird steuerlich sowohl für laufende als auch für sonstige Bezüge anerkannt; sie gilt sowohl bei Barlohn als auch bei Sachbezügen.

Auf Grund der arbeitsvertraglichen Verpflichtung übernimmt der Arbeitgeber bei einer Nettolohnvereinbarung die gesetzlichen Abzüge zusätzlich zu dem als Nettolohn auszuzahlenden Betrag, ohne deshalb zum Schuldner der Steuerabzugsbeträge zu werden. Deswegen muss der Nettolohn für die Besteuerung auf einen Bruttolohn hochgerechnet werden.

Änderung der Steuerbelastung durch persönliche oder gesetzliche Veränderungen

Bei einer Nettolohnvereinbarung wird der Nettolohn als konstante Größe geschuldet. Führen Heirat, Geburt eines Kindes oder Scheidung und sonstige Veränderungen der persönlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers zu einer Änderung der Steuerbelastung, kann i.d.R nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass der Arbeitgeber eine höhere Belastung trägt. Gesetzliche Änderungen, die auf die Höhe der Steuerabzüge Einfluss haben, wie z.B. ein Solidaritätszuschlag, bleiben auf den auszuzahlenden Nettobetrag ohne Einfluss, wenn der Arbeitgeber sich uneingeschränkt zur Übernahme der Steuerabzüge verpflichtet hat.

Berechnung der Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist auch bei Nettolohn aus dem Bruttoarbeitslohn zu errechnen. Die vom Arbeitgeber übernommenen Abzugsbeträge sind zusätzlicher Arbeitslohn (H 19.3 LStH). Übernimmt der Arbeitgeber die Lohnsteuer, so ist maschinell oder mit Hilfe einer Lohnsteuertabelle der Bruttolohn zu ermitteln, der vermindert um die Lohnsteuer den ausgezahlten Nettobetrag (Nettolohn) ergibt. Übernimmt der Arbeitgeber auch die Kirchensteuer, den Solidaritätszuschlag und die Arbeitnehmeranteile am Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung, so sind diese Beträge bei der Ermittlung des Bruttolohns einzubeziehen.

Schlagworte zum Thema:  Lohn, Arbeitslohn, Lohnsteuer

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