13.09.2016 | Serie Lohn von A-Z

M wie Mietvorteile

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Wohnung oder Unterkunft? Der Unterschied entscheidet über die Höhe des geldwerten Vorteils..
Bild: Pixabay

Ein geldwerter Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung von Wohnräumen gehört als Sachbezug zum steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn.

Wegen des unterschiedlichen Bewertungsmaßstabs und der dadurch unterschiedlichen Höhe im Wertansatz ist zwischen Gewährung lediglich einer Unterkunft und Überlassung einer Wohnung zu unterscheiden.

Wohnung vs. Unterkunft

Eine Wohnung ist eine in sich geschlossene Einheit von Räumen, in denen ein selbstständiger Haushalt geführt werden kann. Wesentlich ist, dass eine Wasserversorgung und -entsorgung, zumindest eine einer Küche vergleichbare Kochgelegenheit sowie eine Toilette vorhanden sind.

Alles was den so definierten Begriff der Wohnung nicht erfüllt, ist eine Unterkunft.

Amtlicher Sachbezugswert für Überlassung einer Unterkunft

Immer dann also, wenn der Arbeitnehmer etwas „mitbenutzen“ muss (sei es eine Gemeinschaftsküche, eine Gemeinschaftsdusche, eine Gemeinschaftstoilette), handelt es sich um eine Unterkunft mit der Folge, dass hierfür der amtliche Sachbezugswert angesetzt werden muss. Der amtlichen Sachbezugswert für eine Unterkunft beträgt 2016 monatlich 223 EUR.

"Ortsübliche Miete" bei Überlassung einer Wohnung

Wird dem Mitarbeiter eine vollständige Wohnung unentgeltlich überlassen, ist für die Bewertung der Wohnung nicht der Sachbezugswert, sondern die ortsübliche Miete, für Energie, Wasser und sonstige Nebenkosten der übliche Preis am Abgabeort anzusetzen. Ortsübliche Miete ist die Miete, die bei nach Baujahr, Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage vergleichbaren Wohnungen üblich ist (Vergleichsmiete).

Ein evtl. Eigenanteil des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin sind gegenzurechnen. Überlässt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine Wohnung zu einem Mietpreis, der innerhalb der Mietpreisspanne des örtlichen Mietspiegels liegt, scheidet die Annahme eines geldwerten Vorteils regelmäßig aus.

Ausnahme vom "ortsüblichen Mietpreis"

Ist die Feststellung des ortsüblichen Mietpreises im Einzelfall mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden, ist der Wert der Wohnung derzeit mit monatlich 3,92 EUR je m2 zu berücksichtigen (§ 2 Abs. 4 SvEV). Bei einfacher Ausstattung (ohne Sammelheizung oder ohne Bad/Dusche) sind 3,20 EUR je m2 monatlich anzusetzen. Diese Werte gelten in den alten und neuen Bundesländern gleichermaßen.

Schlagworte zum Thema:  Miete, Lohn, Lohnsteuer

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