05.09.2016 | Serie Lohn von A-Z

J wie Jobticket

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Schneller zur Arbeit dank ÖPNV: Stellt der Arbeitgeber ein Jobticket zur Verfügung, ist dies steuerpflichtiger Arbeitslohn.
Bild: Pixabay

Die Gestellung eines Jobtickets durch den Arbeitgeber für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist steuerpflichtiger Arbeitslohn, soweit die Aufwendungen nicht zu den Reisekosten gehören.

Der Vorteil kann vom Arbeitgeber regelmäßig mit 15 Prozent pauschal versteuert werden (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG). Dies führt zur Sozialversicherungsfreiheit. In seiner Steuererklärung kann der Mitarbeiter für die Fahrten zur Arbeitsstätte die Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 Euro je Entfernungskilometer als Werbungskosten ansetzen.

Tarifermäßigung kein geldwerter Vorteil

Ein geldwerter Vorteil ist jedoch nicht anzunehmen, wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern ein sog. Jobticket für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem mit dem Verkehrsunternehmen vereinbarten (niedrigeren) Preis überlässt. Die Tarifermäßigung für das Job-Ticket im Vergleich zum üblichen Preis wird also nicht als geldwerter Vorteil angesehen.

Ein Sachbezug liegt aber vor, soweit der Mitarbeiter das Jobticket darüber hinaus verbilligt oder unentgeltlich vom Arbeitgeber erhält. Die 44-EUR-Freigrenze ist anwendbar. Wird diese Monatsfreigrenze - insbesondere bei der Zuwendung von Jahresfahrscheinen - überschritten, ist Lohnsteuer abzuführen.

Anwendung der 44-Euro-Freigrenze beim Jobticket

Für die Versteuerung des geldwerten Vorteils - insbesondere für die Anwendung der 44-Euro-Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG - ist entscheidend, wann der Sachbezug „Jobticket” zufließt.

Die 44-Euro-Freigrenze ist bei der monatlichen Überlassung einer Monatsmarke oder einer monatlichen Fahrberechtigung für ein Jobticket anwendbar, auch wenn das Jobticket für einen längeren Zeitraum gilt. Hiervon sind z.B. umfasst

  • Fälle, in denen tatsächlich monatliche Tickets („Monatsmarken“) monatlich ausgehändigt werden, oder
  • Tickets, welche an sich für einen längeren Zeitraum gelten, aber jeden Monat „aktiviert/freigeschalten“ werden.

Sachbezug "Jobticket": Zeitpunkt des Zuflusses entscheidend

Sehen die Tarif- und Nutzungsbestimmungen für ein Jobticket vor, dass die jeweilige monatliche Fahrberechtigung durch die rechtzeitige monatliche Zahlung erworben wird, fließt der geldwerte Vorteil aus dem Sachbezug „Jobticket” monatlich - und nicht bei Kauf/Teilnahmeerklärung für den gesamten Gültigkeitszeitraum - zu.

Schlagworte zum Thema:  Jobticket, Lohn, Lohnsteuer

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