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30.08.2016 | Serie Lohn von A-Z

I wie Incentive-Reisen

Serienelemente
Eine vom Arbeitgeber gesponserte Kreuzfahrt ist in der Regel ein steuerpflichtiger Sachbezug. Doch es gibt Ausnahmen.
Bild: Pixabay

Veranstaltet der Arbeitgeber Incentive-Reisen für bestimmte Mitarbeiter, um deren besondere Leistungen zu belohnen, kann ein steuerpflichtiger Sachbezug vorliegen.

Das gilt regelmäßig auch, wenn Mitarbeiter an Incentive-Reisen mit Kunden teilnehmen. Der Wert der Reise entspricht einer am Markt angebotenen Gruppenreise, bei der Reiseziel, Reise­programm und Reisedauer festgelegt und der Teilnehmerkreis begrenzt sind.

Steuerfreie Reisen

Eine Ausnahme von der Steuerpflicht gilt, wenn die Teilnahme an der Reise im ganz überwiegenden Interesse des Arbeitgebers erfolgt, etwa wenn die Reise aus­schließlich oder fast ausschließlich der Verfolgung beruflicher Interessen dient. Ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse wird angenommen, wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für die Organisation und Durchführung einer sogenannten Betreuungsreise verantwortlich war und die Betreuungsaufgaben das Eigeninteresse des Arbeitnehmers an der Teilnahme am touristischen Programm in den Hintergrund treten lassen.

Reisen im Rahmen einer Kundenveranstaltung

Betreut beispielsweise ein Außendienstmitarbeiter auf Geheiß seines Arbeitgebers Kunden im Rahmen einer Kundenveranstaltung, kann dies im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen und daher die Zuwendung eines lohnsteuerrechtlichen Vorteils ausschließen (BFH-Urteil vom 16.10.13; BStBl 2015 II S. 495).

Allein eine touristische oder aus anderen Gründen attraktive Umgebung (im konkreten Fall: ein Regattabegleitschiff), in der Mitarbeiter für den Arbeitgeber tätig werden, führt nicht dazu, dass der Arbeitgeber damit zugleich einen lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil zuwendet.

Einzelregelungen zu geldwerten Vorteilen aus Incentive-Reisen

Die Finanzverwaltung hat zur Erfassung und Bewertung von Incentive-Reisen Einzelregelungen erlassen (BMF-Schreiben vom 14.10.1996, BStBl 1996 I S. 1192).

Geldwerte Vorteile aus Incentive-Reisen für Geschäftskunden und Mitarbeiter können auch nach § 37b EStG mit 30 % pauschal besteuert werden. Dazu gibt es ebenfalls umfangreiche Verwaltungsanweisungen (BMF-Schreiben vom 19.05.2015, BStBl 2015 I S. 468).

Gemischt veranlasste Reisen

Bei gemischt veranlassten Reisen ist nach neuerer Rechtsprechung des BFH eine Aufteilung der Aufwendungen in steuerpflichtigen Arbeitslohn und steuerfreie Zuwendungen in eigenbetrieblichem Interesse möglich. Die beruflichen und privaten Zeitanteile der Reise bilden dabei grundsätzlich einen sachgerechten Aufteilungsmaßstab (BFH-Urteil vom 18.8.2005, BStBl 2006 II S. 30).

Incentive, Lohn, Lohnsteuer, Sachbezug, Geldwerter Vorteil

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