24.08.2016 | Serie Lohn von A-Z

H wie Home-Office

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Home-Office: Arbeitszimmer, die nicht nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden, sind nicht steuerlich abzugsfähig.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer dürfen Arbeitnehmer nur dann in voller Höhe steuerlich geltend machen, wenn das Zimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet.

Liegt der Mittelpunkt hingegen im Außendienst oder in der Firma, sind die Aufwendungen normalerweise nicht abzugsfähig. Eine Ausnahme besteht, wenn kein anderer Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung steht. Dann sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 Euro pro Jahr abziehbar. Der Große Senat des Bundesfinanzhofs hat zuletzt entschieden (Beschluss vom 27. Juli 2015 GrS 1/14; BStBl 2016 I S. 265), dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, das nicht nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird ("gemischt genutztes Arbeitszimmer") steuerlich nicht zu berücksichtigen sind.

Home-Office: Kriterien für steuerliche Beurteilung

Um das Problem der Abzugsfähigkeit eines häuslichen Arbeitszimmers zu umgehen, kann der Arbeitgeber ein Büro in der Wohnung oder im Haus des Mitarbeiters anmieten. Die steuerliche Beurteilung bestimmt sich dann danach, in wessen vorrangigem Interesse das Büro genutzt wird (BMF-Schreiben vom 13.12.2005, BStBl 2006 I S. 4).

Für das Vorliegen eines betrieblichen Interesses sprechen beispielsweise folgende Anhaltspunkte:

  • Für den/die Mitarbeiter sind im Unternehmen keine geeigneten Arbeitszimmer vorhanden; die Versuche des Arbeitgebers, entsprechende Räume von fremden Dritten anzumieten, sind erfolglos geblieben.
  • Der Arbeitgeber hat für andere Mitarbeiter des Betriebs, die über keine für ein Arbeitszimmer geeignete Wohnung verfügen, entsprechende Rechts­beziehungen mit fremden Dritten, die nicht in einem Dienstverhältnis zu ihm stehen, begründet.
  • Es wurde eine ausdrückliche, schriftliche Vereinbarung über die Bedingungen der Nutzung des überlassenen Raums abgeschlossen.

Mieteinkünfte für Home-Office: Arbeitslohn oder nicht?

Erkennt die Verwaltung das Mietverhältnis an, erzielt der Mitarbeiter Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die Mietzahlungen muss er zwar versteuern, kann aber im Gegenzug alle Ausgaben abziehen. Ob die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt sind, spielt keine Rolle.

Glaubt die Finanzverwaltung hingegen, dass die Anmietung in erster Linie den Interessen des Mitarbeiters dient, sind die Einnahmen als Arbeitslohn zu erfassen. Die Kosten für das Zimmer bleiben dann steuerlich nicht abzugsfähig und es ist nichts gewonnen.

Schlagworte zum Thema:  Homeoffice, Arbeitszimmer, Lohn, Lohnsteuer

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