15.08.2016 | Serie Lohn von A-Z

E wie Entgeltumwandlung

Serienelemente
Bild: Michael Bamberger

Die Entgeltumwandlung ist eine staatlich geförderte Form der betrieblichen Altersversorgung. Dabei wird der gegenwärtige Arbeitslohn zugunsten einer wertgleichen Pensionszusage herabgesetzt, was sich entsprechend auch steuerlich auswirkt.

Durch eine Entgeltumwandlung verringert sich der steuerpflichtige Arbeitslohn des Mitarbeiters während seiner aktiven Arbeitszeit. Der Lohnsteuerabzug wird also in die Zeit des Ruhestands verlagert (nachgelagerte Besteuerung). Dadurch kann eine Steuerstundung eintreten, die darüber hinaus häufig auch noch zu einer Minderung der Tarifprogression und damit zu weiteren Steuerersparnissen führen wird.

Betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung

Arbeitsrechtlich liegt eine durch Gehaltsumwandlung finanzierte betriebliche Altersversorgung vor, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren, künftige Arbeitslohnansprüche des Arbeitnehmers zugunsten einer wertgleichen Anwartschaft auf betriebliche Versorgungsleistungen herabzusetzen. Dabei ist es steuerlich zulässig, die erforderliche Wertgleichheit außerhalb versicherungsmathematischer Grundsätze zu berechnen und festzustellen.

Steuerliche Anerkennung der Entgeltumwandlung

Unabdingbare Voraussetzung zur steuerlichen Anerkennung der Gehaltsumwandlung ist allerdings, dass die Versorgungsleistungen zur Absicherung mindestens eines biometrischen Risikos (Alter, Tod, Invalidität) des Arbeitnehmers zugesagt und erst bei Eintritt des biologischen Ereignisses fällig werden.

Steuerlich wird eine Gehaltsumwandlung von Arbeitslohn (laufender Arbeitslohn, Einmal- und Sonderzahlungen) zugunsten von betrieblichen Altersversorgungs­leistungen auch dann anerkannt, wenn bereits erdiente, aber noch nicht fällig gewordene Anteile des Arbeitslohns umgewandelt werden. Dies gilt auch dann, wenn eine Einmal- oder Sonderzahlung einen Zeitraum von mehr als einen Jahr betrifft. Bei Herabsetzung künftigen Arbeitslohns durch Entgeltumwandlung zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung ist es unschädlich, wenn der bisherige ungekürzte Arbeitslohn weiterhin Bemessungsgrundlage für die künftigen Erhöhungen des Arbeitslohns oder andere Arbeitgeberleistungen (Weihnachtsgeld, Tantieme usw.) bleibt oder wenn vereinbart wird, dass Arbeitnehmer oder Arbeitgeber sie für künftigen Arbeitslohn einseitig ändern können .

Andere Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung

Als Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung kommen die Direktzusage, die Unterstützungskasse, die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds in Betracht. Bei den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds liegt allerdings – auch bei Entgeltumwandlung Zufluss von Arbeitslohn im Zeitpunkt der Beitragszahlung des Arbeitgebers an die entsprechende Versorgungseinrichtung vor. Es werden allerdings Steuerfreibeträge gewährt, die im Ergebnis dann doch wieder zu eine weitgehend nachgeöagerten Besteuerung führen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Altersversorgung, Entgeltumwandlung, Lohn, Lohnsteuer

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