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01.08.2016 | Serie Lohn von A-Z

A wie Aufmerksamkeiten

Serienelemente
Bild: Michael Bamberger

Sachleistungen des Arbeitgebers, die auch im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden und zu keiner ins Gewicht fallenden Bereicherung der Mitarbeiter führen, gehören als Aufmerksamkeiten nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin als Gegenleistung (Entlohnung) für das Zurverfügungstellen der Arbeitskraft aus einem gegenwärtigen oder früheren Dienstverhältnis zufließen.

Der lohnsteuerpflichtige Arbeitslohn ergibt sich dadurch, dass von den Einnahmen aus dem Dienst-/Arbeitsverhältnis die nicht steuerbaren und die ausdrücklich steuerbefreiten Teile ausgeschieden werden. Der im Einkommensteuergesetz nicht definierte Begriff Arbeitslohn wird von Finanzverwaltung und Rechtsprechung weit ausgelegt. Dabei treten eine Reihe von Abgrenzungsprobelemen und eine schier unerschöpfliche Zahl von Zweifelsfragen auf.

Im Rahmen dieser Serie  - natürlich ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit - wird die Behandlung einzelner Lohn­bestandteile von A wie Auslagenersatz bis Z wie Zinsersparnisse erläutert. Auf die Teile die ohnehin jeder kennt, wie z.B. den Firmenwagen haben wir bewusst verzichtet, ebenso aber auf exotische Lohnbestandteile, die in der Praxis kaum vorkommen.

Aufmerksamkeiten

Zu den i. d. S. bereits nicht steuerbaren Aufmerksamkeiten zählen Sachzuwendungen bis zu einem Wert von neuerdings 60 EUR, z. B. Blumen, Genussmittel, ein Buch oder Tonträger, auch Eintrittskarten für Theater, Konzert, Schwimmbad usw., die der Arbeitgeber dem Mitarbeiter oder seinen Angehörigen aus Anlass eines besonderen Ereignisses - also nicht regelmäßig - zuwendet (R 19.6 Abs. 1 LStR).

Als Aufmerksamkeiten gehören auch Getränke und Genussmittel im Wert bis zu 60 EUR monatlich, die der Arbeitgeber den Mitarbeitern zum Verzehr im Betrieb kostenlos oder verbilligt überlässt, nicht zum Arbeitslohn. Dasselbe gilt für Speisen, die der Arbeitgeber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen anlässlich oder während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes, z. B. während einer außergewöhnlichen betrieblichen Besprechung oder Sitzung, im ganz überwiegend betrieblichen Interesse an einer günstigen Gestaltung des Arbeitsablaufs kostenlos oder verbilligt überlässt und deren Wert 60 EUR nicht überschreitet (sog. Arbeitsessen; R 19.6 Abs. 2 LStR).

Tipp: Geldzuwendungen gehören jedoch stets zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, auch wenn ihr Wert gering ist . Ebenso keine Aufmerksamkeit, sondern steuerpflichtiger Arbeits­lohn liegt vor, wenn es sich um freiwillige Sonderzuwendungen des Arbeitgebers an einzelne Arbeitnehmer handelt, und zwar auch dann, wenn mit ihnen soziale Zwecke verfolgt werden

Aufmerksamkeit, Lohn, Lohnsteuer, Entgelt

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