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| Lohnabrechnung

Neue Lohnsteuertabellen und -programme

Für die Lohnabrechnung im Dezember 2015 ist die geänderte Lohnsteuertabelle anzuwenden.
Bild: Michael Bamberger

Die Lohnsteuertabellen und -programme wurden geändert. Für Dezember 2015 enthält die Lohnabrechnung deshalb Steuerentlastungen für alle Arbeitnehmer.

Die Änderungen basieren auf dem „Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergelds und des Kinderzuschlags“ vom 16.7.2015 (BGBl 2015 I S. 1202). 

Darin enthalten sind

  • eine Erhöhung des steuerunbelasteten Grundfreibetrags in den Steuerklassen I bis IV (von 8.354 EUR um 118 EUR auf 8.472 EUR, in der Steuerklasse III doppelt enthalten),
  • eine Erhöhung der Kinderfreibeträge in den Steuerklassen I bis IV (von 7.008 EUR um 144 EUR auf 7.152 EUR, im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens wirken sich die Kinderfreibeträge allerdings nur bei der Ermittlung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus),
  • eine Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende in der Steuerklasse II (von 1.308 EUR um 600 EUR auf 1.908 EUR).

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Für Alleinerziehende mit mehreren Kindern wird neuerdings ein steuerlicher Erhöhungsbetrag von 240 EUR je zusätzlichem Kind und Jahr gewährt. Diese Beträge von 240 EUR bei zwei Kindern, 480 EUR bei drei Kindern usw. können aus technischen Gründen nicht automatisch beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden und sind deshalb auch nicht in die Lohnsteuertabellen und-programme eingebaut. Allein­erziehende mit mehreren Kindern können einen Lohnsteuerermäßigungsantrag beim örtlich zuständigen Wohnsitzfinanzamt stellen. Im Jahr 2015 wird der Erhöhungsbetrag auf Antrag des Alleinerziehenden auf die verbleibenden Lohnzahlungszeiträume verteilt. Ab dem Kalenderjahr 2016 kann der Freibetrag für einen Zeitraum von bis zu zwei Kalenderjahren beantragt werden. Alternativ zum Lohnsteuerermäßigungsverfahren kann die Berücksichtigung auch bei der Steuererklärung erfolgen.

Lohnabrechnung für Dezember 2015 

Die Anhebung der Beträge erfolgt zwar rückwirkend ab Januar 2015. Im  Lohnsteuerabzug wollte der Gesetzgeber aber eine Korrektur der bereits durchgeführten Lohn- bzw. Gehaltsabrechnungen vermeiden. Die Neuregelungen sind deshalb beim Steuer­abzug vom Arbeitslohn erstmals für den Dezember 2015 anzuwenden. Die bisherigen Tabellen und Programme bleiben für die Monate Januar bis November 2015 gültig. Im Ergebnis erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die kompletten Entlastungen zum Jahresende 2015.

Neue Lohnsteuertabelle und -programme anwenden

Die neuen Tabellen und-programme gelten für

  • die Berechnung der vom laufenden Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 30. November 2015 aber vor dem 1. Januar 2016 enden,
  • die Berechnung der von sonstigen Bezügen einzubehaltenden Lohnsteuer für sonstige Bezüge, die nach dem 30. November 2015 aber vor dem 1. Januar 2016 zufließen,
  • die Berechnung des Solidaritätszuschlags auf laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 30. November 2015 aber vor dem 1. Januar 2016 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf sonstige Bezüge, die nach dem 30. November 2015 aber vor dem 1. Januar 2016 zufließen,
  • die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die einzubehaltende Kirchensteuer.

Berücksichtigt sind tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Lohnzahlungszeiträume.

Ausblick

2016 kommt es zu weiteren Entlastungen bei der Einkommen- und Lohnsteuer. In vielen Fällen erreichen die „Steuergeschenke“ einen dreistelligen Betrag im Jahr. Nicht zuletzt deshalb gibt es wieder neue Lohnsteuertabellen und Lohnabrechnungsprogramme ab Januar 2016.

Hinweis: Grundlage sind die Programmablaufpläne gemäß den Anweisungen des Bundesfinanzministeriums mit BMF-Schreiben vom 08.09.2015, IV C 5 - S 2361/15/10001, BStBl 2015 I S. 676.

Haufe Online Redaktion

Lohnabrechnung, Lohnsteuertabelle, Lohnsteuer

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