17.03.2017 | Künstlersozialkasse

An Künstler gezahlte Entgelte bis 31. März melden

Termin: 31. März 2017 - Bis zu diesem Datum sind an Künstler gezahlte Entgelte an die Künstlersozialkasse zu melden.
Bild: Veer Inc.

Noch ist Zeit. Aber spätestens bis 31. März 2017 müssen Unternehmen die an Künstler gezahlten Entgelte des Jahres 2016 an die Künstlersozialkasse melden.

Abgabepflichtige Unternehmen sind verpflichtet, sich selbst bei der Künstlersozialkasse (KSK) zu melden. Nach Ablauf eines Kalenderjahres, spätestens bis 31. März des Folgejahres, sind sämtliche an selbstständige Künstler/Publizisten gezahlten Entgelte des Vorjahres der KSK zu melden.

Welche Entgelte sind der Künstlersozialkasse zu melden?

Alle Entgelte, die im Laufe eines Kalenderjahres an selbständige Künstler und Publizisten für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen gezahlt werden, gehören zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe. Dabei ist es unerheblich, ob die Künstler/Publizisten selbst nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) versichert sind.

Zum meldepflichtigen Entgelt gehört alles, was der Abgabepflichtige aufwendet, um das Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen. Zum meldepflichtigen Entgelt gehört also nicht nur das Honorar, sondern auch jeglicher Ersatz für die Aufwendungen und Nebenleistungen des Künstlers oder Publizisten wie zum Beispiel Telefonkosten, Frachtkosten, Werkzeichnungen, Material- oder Personalkosten.

Click to tweet

Entgelt ist auch der Preis, der dem Künstler oder Publizisten aus der Veräußerung seines Werkes im Wege eines Kommissionsgeschäfts für seine eigene Leistung zusteht. Dies gilt auch, wenn der Abgabepflichtige als Vertreter des Künstlers oder Publizisten gehandelt hat.

Was nicht zur Bemessungsgrundlage gehört

Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören:

  • die Umsatzsteuer des selbständigen Künstlers oder Publizisten
  • Zahlungen an urheberrechtliche Verwertungsgesellschaften (z.B. GEMA, VG Wort, VG Bild-Kunst)
  • Zahlungen an eine KG und OHG
  • Zahlungen an juristische Personen (z.B. GmbH, AG, eingetragener Verein, Anstalten, Körperschaften und Stiftungen) sowie Zahlungen an eine GmbH & Co. KG, sofern diese im eigenen Namen handeln
  • Gewinnzuweisungen an Gesellschafter
  • Reise- und Bewirtungskosten im Rahmen der steuerlichen Grenzen
  • nachträgliche Vervielfältigungskosten (Druckkosten Massenauflagen), wenn es sich um Leistungen handelt, die für sich genommen nicht künstlerisch sind und erst nach Abschluss der künstlerischen Leistung oder Erstellung des künstlerischen Werkes anfallen und für den Erhalt oder die Möglichkeit zur Nutzung des Werkes nicht erforderlich sind (z.B. Vervielfältigungskosten)
  • ab 2001 auch andere steuerfreie Aufwandsentschädigungen

Weitere Ausnahme: Übungsleiterpauschale

Für öffentlich-rechtliche Institutionen und anerkannt gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Einrichtungen gilt eine weitere Ausnahme: Die so genannte “Übungsleiterpauschale” gemäß § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz (2.400,00 EUR). Voraussetzung für die Berücksichtigung der Pauschale ist, dass der Künstler oder Publizist für jedes Jahr schriftlich bestätigt, dass er die Steuerbefreiung tatsächlich beim Finanzamt geltend machen konnte und diese nicht noch einem anderen Auftraggeber bestätigt hat.

Jahresmeldung an die KSK rechtzeitig abgeben

Das Entgelt wird anhand einer Jahresmeldung an die KSK weitergegeben. Auf diese Meldung hin erfolgt eine Abrechnung der Künstlersozialabgabe des Vorjahres. Soweit sich hieraus Nachzahlungen ergeben, werden diese ebenfalls am 31. März des Abrechnungsjahres fällig.

Wichtig: Unternehmer, die ihren Meldepflichten nicht rechtzeitig nachkommen, werden von der KSK eingeschätzt. Die so vorgenommene Schätzung kann nur durch die Abgabe der konkreten Entgeltmeldungen berichtigt werden. Die Verletzung der gesetzlichen Melde- und Aufzeichnungspflichten ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Schlagworte zum Thema:  Künstlersozialkasse, Entgelt, Jahresmeldung, Künstlersozialabgabe

Aktuell
Meistgelesen