27.11.2013 | Serie Jahreswechsel 2013/2014

Neue Berechnung der 110-Euro-Freigrenze

Serienelemente
Steuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen: Neues zur Berechnung der 110-Euro-Freigrenze
Bild: Haufe Online Redaktion

Betriebsveranstaltungen sind Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene, die gesellschaftlichen Charakter haben und bei denen die Teilnahme allen Betriebsangehörigen offen steht. Zuwendungen des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer im Rahmen einer üblichen Betriebsveranstaltung gehören regelmäßig nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Zur Abgrenzung zwischen steuerfreien und steuerpflichtigen Betriebsveranstaltungen gilt eine 110-Euro-Grenze. Die Berechnung der 110-Euro-Freigrenze hat der BFH in zwei aktuellen Urteilen geändert (vgl. BFH, Urteile vom 16. Mai 2013, VI R 94/10 und VI R 7/11). Danach sind bestimmte Aufwendungen für den äußeren Rahmen nicht mehr in die Angemessenheitsprüfung einzubeziehen. Außerdem sind die Kosten für die Teilnahme von Familienangehörigen nicht dem Arbeitnehmer zuzurechnen und bleiben damit bei der Berechnung des Höchstbetrags von 110 EUR außer Ansatz.

Berechnung der 110-EUR-Freigrenze

Nach der BFH-Rechtsprechung sind nur solche Kosten des Arbeitgebers in die Berechnung der 110-EUR-Freigrenze einzubeziehen, die geeignet sind, beim Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil auszulösen. Hierunter sind nur Leistungen zu verstehen, welche die teilnehmenden Mitarbeiter unmittelbar konsumieren können, also vor allem Speisen, Getränke und Musikdarbietungen.

Rechtsprechung wirft neue Fragen auf

Beispielsweise kann der Aufwand für eine Tanzkapelle anzusetzen sein, während die Ausgestaltung des Abends mit Hintergrundmusik außer Ansatz bleiben kann - obwohl beides dem äußeren Rahmen der Betriebsfeier dient. Hier bleibt die abschließende Entscheidung der Finanzverwaltung durch ein BMF-Schreiben abzuwarten.

Teilnahme von Familienangehörigen

Neben den Ausgaben für den Arbeitnehmer können auch Aufwendungen steuerfrei bleiben, die z. B. durch die Teilnahme von Ehefrauen oder Kinder an der Betriebsveranstaltung entstehen. Allerdings ist - anders als in der Vergangenheit - die Freigrenze um die Anzahl der teilnehmenden Angehörigen zu vervielfachen.

Weitere Infos zu den BFH-Urteilen VI R 94/10 und VI R 7/11 finden Sie hier!

(Vorerst) keine Anhebung der 110-Euro-Freigrenze

Bereits Anfang des Jahres 2013 hatte der BFH entschieden, dass er eine betragsmäßige Anhebung der 110-Euro-Freigrenze nicht als seine Aufgabe ansieht. (Letztmalig wurde die Freigrenze 1993 angepasst.) Allerdings forderte der BFH die Finanzverwaltung auf, den Höchstbetrag "alsbald" anzupassen.

Weitere Infos zu dem BFH-Urteil vom 12. Dezember 2012, VI R 79/10 finden Sie hier!

Grundsätzliche Anwendungsregelungen

Bei dem Betrag von 110 EUR handelt sich um eine Freigrenze, die zur Folge hat, dass bei Überschreiten des Höchstbetrags die gesamte Zuwendungen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn gehört - und nicht nur der 110 EUR übersteigende Betrag.

Die 110-Euro-Freigrenze gilt pro Arbeitnehmer und pro Veranstaltung.

Steuerfrei ist grundsätzlich die Teilnahme an maximal 2 Betriebsveranstaltungen pro Jahr.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsveranstaltung, Freigrenze, Reisekosten

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