19.12.2012 | Serie Jahreswechsel 2012/2013

ELStAM: Weiteranwendung des Papierverfahrens im Jahr 2013

Serienelemente
2013 kann weiterhin nach Lohnsteuerkarte abgerechnet werden
Bild: Michael Bamberger

Bis zum Umstieg auf das neue ELStAM-Verfahren im Kalenderjahr 2013 können Arbeitgeber die Lohnabrechnung weiterhin nach dem bisherigen Papierverfahren durchführen. Was für die Weiteranwendung des Papierverfahrens während des Einführungszeitraums gilt, lesen Sie in unserer Serie zum Jahreswechsel 2012/2013. Hier finden Sie alle Neuregelungen auf einen Blick zusammengefasst.

Für die Dauer des Papierverfahrens in 2013 gelten die Lohnsteuerabzugsmerkmale (zum Beispiel Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Religionsmerkmal oder der Faktor bei Steuerklasse IV) weiter, die sich ergeben aus

  • der Lohnsteuerkarte 2010 bzw.
  • der Ersatzbescheinigung 2011/2012/2013 oder
  • sonstigen Papierbescheinigungen des Arbeitnehmers (u. a. Mitteilungsschreiben, ELStAM-Ausdruck).

Welche Bedeutung haben die "Papierbescheinigungen" nachdem der Arbeitgeber in das ELStAM-Verfahren eingestiegen ist?

Nach dem Einstieg in das ELStAM-Verfahren hat der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug stets – unter Beachtung einer sechsmonatigen Kulanzfrist - nach den individuellen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen des jeweiligen Arbeitnehmers vorzunehmen. Die dem Arbeitgeber für den jeweiligen Arbeitnehmer vorliegenden Papierbescheinigungen sind nicht mehr zu beachten.

Kann der Arbeitgeber in 2013 nach dem Einstieg in das ELStAM-Verfahren noch einmal zum "Papierverfahren" zurückkehren?

Nein, nach dem Einstieg in das ELStAM-Verfahren ist eine Rückkehr zum Papierverfahren nicht mehr möglich.

Was geschieht mit den "Papierbescheinigungen" nach dem Einstieg des Arbeitgebers in das ELStAM-Verfahren?

Der Arbeitgeber hat die Papierbescheinigungen im Übergangsjahr 2013 weiterhin aufzubewahren. 

Wie ist mit den Papierbescheinigungen bei einem Arbeitgeberwechsel in 2013 zu verfahren?

Bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Laufe des Kalenderjahres 2013 sind die Papierbescheinigungen dem Arbeitnehmer auszuhändigen, damit er diese Bescheinigungen bei seinem neuen Arbeitgeber vorlegen kann. Sollte der neue Arbeitgeber noch nicht am ELStAM-Verfahren teilnehmen, hat er die sich aus den Papierbescheinigungen ergebenden individuellen Besteuerungsmerkmale des Arbeitnehmers beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigen.

Ist die Vereinfachungsregelung für Auszubildende im Kalenderjahr 2013 weiter anzuwenden?

Ja, die Vereinfachungsregelung des § 52b Abs. 4 EStG (= schriftliche Erklärung des Auszubildenden über erstes Dienstverhältnis) gilt bis zum Einstieg in das ELStAM-Verfahren weiter: Der Arbeitgeber kann den Lohnsteuerabzug in diesen Fällen ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte 2010 oder Ersatzbescheinigung 2011/2012/2013 nach der Steuerklasse I vornehmen. Der Auszubildende muss seinem Arbeitgeber lediglich die steuerliche Identifikationsnummer, den Tag der Geburt und die rechtliche Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft mitteilen und schriftlich bestätigen, dass es sich um ein erstes Dienstverhältnis handelt. Der Arbeitgeber hat diese schriftliche Bestätigung als Beleg zum Lohnkonto zu nehmen und mindestens bis zum Ablauf des Kalenderjahres aufzubewahren.

Beim Übergang zum ELStAM-Verfahren hat sich der Arbeitgeber als erster Arbeitgeber des Auszubildenden anzumelden.

Schlagworte zum Thema:  Lohnsteuerkarte, Lohnabrechnung, ELStAM, Jahreswechsel, Sozialversicherungswerte, Lohnsteueranmeldung, Reisekosten, Lohnsteuer, Sozialversicherung, Entgeltabrechnung, Sachbezugswerte, Minijob

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