19.11.2014 | Serie Jahreswechsel 2014/2015: Entgelt

Besonderheiten bei der Jahresarbeitsentgeltgrenze

Serienelemente
Jahresarbeitsentgeltgrenze: Es gibt zum Jahreswechsel einiges zu beachten!
Bild: Haufe Online Redaktion

Auf Entgeltabrechner kommt zum Jahreswechsel einiges zu. In der Serie erhalten sie die wichtigsten Hinweise dazu - inklusive der gesetzlichen Änderungen. So wird sich die Jahresarbeitsentgeltgrenze im Jahr 2015 erhöhen, was in verschiedenen Fallkonstellationen zu beachten ist.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze erhöht sich von 53.550 EUR im Jahr 2014 auf 54.900 EUR im Jahr 2015. Was ist zu beachten?

Wechsel des Arbeitgebers

Bisher krankenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, die eine Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber mit einem Arbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze aufnehmen, sind vom Beginn dieser Beschäftigung an sofort krankenversicherungsfrei.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer nimmt am 1.6.2015 eine Beschäftigung gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 5.000 EUR auf. Bis zum 31.5.2015 war er gegen ein Jahresarbeitsentgelt von 48.000 EUR krankenversicherungspflichtig beschäftigt.

Lösung:

Jahresarbeitsentgelt: 12 × 5.000 EUR = 60.000 EUR.
Bei Beschäftigungsaufnahme liegt das Arbeitsentgelt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Ab dem 1.6.2015 besteht Versicherungsfreiheit.

Entgelterhöhung im Laufe der Beschäftigung

Wird das Arbeitsentgelt im Laufe eines Kalenderjahres erhöht, endet die Krankenversicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Anspruch auf das erhöhte Arbeitsentgelt entstanden ist. Aber auch hier nur unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsentgelt ebenfalls die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt.

Schwankendes Arbeitsentgelt

Bei schwankendem Arbeitsentgelt ist das voraussichtliche Jahresarbeitsentgelt im Wege einer gewissenhaften Schätzung zu ermitteln. Dieses Verfahren ist durch die Rechtsprechung geregelt (BSG, Urteil v. 20.12.1957, 3 RK 61/57). Eine festgestellte Krankenversicherungspflicht  gilt so lange fort, bis sich die Schätzungsgrundlage ändert. Das von der Schätzung abweichende tatsächliche Einkommen beeinflusst die Beurteilung des Versicherungsverhältnisses nur für die Zukunft.

Wie starten Werkstudenten durch?

Nehmen Werkstudenten eine Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze auf, besteht mit Beginn der Beschäftigung Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung. Die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger haben sich in ihrer Besprechung über Fragen des gemeinsamen Beitragseinzugs am 08./09.05.2012 (TOP 5) hierzu festgelegt.

Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses

Eine vor der Unterbrechung (z. B. Bezug von Kranken- oder Mutterschaftsgeld) bestehende Versicherungsfreiheit bleibt für die Dauer der Unterbrechung erhalten. Eine bisherige Versicherungspflicht bleibt bis zum Jahresende erhalten, auch wenn nach der Unterbrechung das Arbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Zum Jahreswechsel ist dies mit Abgleich der neuen Grenze zu überprüfen.

Schlagworte zum Thema:  Jahresarbeitsentgeltgrenze, Versicherungspflicht, Freiwillige Krankenversicherung, Jahreswechsel, Sozialversicherung, Entgelt

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