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Insolvenzgeldumlage in Sonderfällen richtig berechnen

Sonderfälle bei der Berechnung der Insolvenzgeldumlage
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Insolvenzgeldumlage zu berechnen, ist für Entgeltabrechner häufig schwierig. Der Normalfall ist klar - doch in einigen Sonderfällen stellt sich dann die Frage, wie die Insolvenzgeldumlage korrekt berechnet wird.

Die Mittel für das Insolvenzgeld werden von den Arbeitgebern nicht über die allgemeinen Arbeitslosenversicherungsbeiträge, sondern in einem eigenständigen Insolvenzgeld-Umlageverfahren finanziert. Die "Inso-Umlage" in Höhe von 0,15 % (2013) ist grundsätzlich von allen Arbeitgebern zu entrichten. Zuständig für den Einzug der Inso-Umlage sind die Einzugsstellen für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag.

Ausgangswert für die Berechnung der Insolvenzgeldumlage

Die Inso-Umlage wird aus dem Bruttoarbeitsentgelt (Ausgangswert) der Arbeitnehmer berechnet. Umlagepflichtig ist das rentenversicherungspflichtige Entgelt bis max. zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Für Arbeitnehmer, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, ist das Entgelt heranzuziehen, von dem bei Rentenversicherungspflicht die Beiträge berechnet worden wären. Beachte: Beitragsfreiheit in der Rentenversicherung ist also nicht gleichbedeutend mit Befreiung von der Insolvenzgeldumlage.

Soweit zunächst der einfache und vertraute Normalfall. Doch es gibt folgende Besonderheiten zu beachten:

  • Insolvenzgeldumlage auch aus Einmalzahlungen

Häufig wird die Inso-Umlage mit den Umlagen U1 und U2 zur Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen nach dem AAG bei Krankheit und Mutterschaft gleichgesetzt. Das ist jedoch falsch! Denn anders als bei den U1- und U2-Umlage sind Inso-Umlagebeiträge nicht nur vom laufenden Entgelt, sondern auch von einmalig gezahltem Entgelt zu berechnen.

  • Insolvenzgeldumlage für Beschäftigte in der Gleitzone

Für die Gleitzone bei Arbeitnehmern mit einem regelmäßigen monatlichen Entgelt zwischen 450 EUR und 850 EUR gilt: Aus dem tatsächlich erzielten Entgelt wird mit Hilfe des Faktors F nach der Gleitzonenformel ein geringeres beitragspflichtiges Entgelt errechnet. Dieses verminderte beitragspflichtige Entgelt ist dann für die Inso-Umlage sowie für die Gesamtsozialversicherungsbeiträge maßgebend.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Hat der Arbeitnehmer auf die Anwendung der Gleitzonenregelung in der Rentenversicherung verzichtet, wird die Inso-Umlage ebenfalls nach dem tatsächlich erzielten Entgelt bemessen.

Tipp: Mit dem Gleitzonen-Beitragsrechner errechnen Sie die Abgaben für Gleitzonen-Beschäftigte mühelos.

  • Insolvenzgeldumlagepflicht bei geringfügiger Beschäftigung

Auch für kurzfristig Beschäftigte und Minijobber (Entgelt bis 450 EUR) ist die Inso-Umlage zu zahlen. Einzugsstelle für die Inso-Umlage der geringfügig Beschäftigten ist die Minijob-Zentrale.

Die Inso-Umlage wird bei allen geringfügig Beschäftigten immer aus dem tatsächlichen Entgelt berechnet. Bei schwankendem Entgelt ist auch der 450 EUR überschreitende Betrag umlagepflichtig. Wichtig: Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage in der Rentenversicherung (2013= 175 EUR als Ausgangswert für die Beitragsberechnung) gilt für die Inso-Umlage nicht.

  • Insolvenzgeldumlage bei Minijob und berufsständischer Versorgung

Die Inso-Umlagepflicht gilt auch für Minijobber, die als Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke von der Rentenversicherungspflicht befreit sind (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI). Auch wenn für diese von der Rentenversicherungspflicht befreiten Personen wegen einer privaten Krankenversicherung (PKV) keine Pauschalbeiträge an die Minijob-Zentrale gezahlt werden, muss die Inso-Umlage an die Minijob-Zentrale überwiesen werden.

Schlagworte zum Thema:  Insolvenzgeldumlage, Beitragsbemessungsgrenze

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