19.08.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Das BMF-Entwurfschreiben

Höhere und einfachere Verpflegungspauschalen ab 2014

Serienelemente
Vereinfachung bei den Verpflegungspauschalen: Nur noch "2" statt bisher "3"
Bild: Haufe Online Redaktion

Neben den Änderungen bei der Arbeitsstätte, die bisher im Mittelpunkt unserer Serie standen, gibt es auch bei den Verpflegungsmehraufwendungen gravierende Änderungen. Es gibt nicht nur Vereinfachungen auf Arbeitgeberseite, sondern für viele Arbeitnehmer auch höhere Pauschalen.

Bei eintägigen Dienstreisen wird die Staffelung der Mindestabwesenheitszeiten und der Pauschalen durch nur eine Pauschale von 12 EUR bei einer Mindestabwesenheitszeit von mehr als 8 Stunden ersetzt (bisher: 6 EUR bei mindestens 8-stündiger Abwesenheit und 12 EUR erst bei 14 Stunden Abwesenheitsdauer). Diese in vielen Fällen höhere Pauschale kann vom Arbeitgeber ab 2014 steuerfrei ersetzt werden. Falls der Arbeitgeber diese Grenze nicht oder nicht in vollem Umfang ausnutzt, kann der Mitarbeiter den Restbetrag im Rahmen seiner Steuererklärung geltend machen.

Die Pauschale von 12 EUR gilt auch, wenn der Arbeitnehmer seine eintägige auswärtige berufliche Tätigkeit über Nacht oder mehrere Auswärtstätigkeiten an einem Tag ausübt und dadurch ebenfalls insgesamt mehr als 8 Stunden von der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist. 

Mehrtägige Auswärtstätigkeiten

Für den An- und Abreisetag einer mehrtägigen auswärtigen Tätigkeit mit Übernachtung außerhalb der Wohnung kann demnächst ohne jegliche Prüfung einer Mindestabwesenheitszeit eine Pauschale von jeweils 12 EUR vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden. Dabei ist es unerheblich, ob der Arbeitnehmer die Reise von der Wohnung, der ersten oder einer anderen Tätigkeitsstätte antritt.

Für die Kalendertage, an denen der Arbeitnehmer beruflich 24 Stunden von seiner Wohnung abwesend ist, kann weiterhin eine Pauschale von 24 EUR vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden (Zwischentag). 

Weitere Tipps zu den Spesen 2014

  • Dreimonatsfrist gilt unverändert: Wie bisher ist der Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen auf die ersten 3 Monate einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte beschränkt.

  • Lohnsteuerpauschalierung weiterhin möglich: Die Lohnsteuer kann weiterhin mit einem Pauschsteuersatz von 25 % erhoben werden, wenn der Arbeitgeber höhere Spesen zahlt (z. B. 20 EUR bei einer eintägigen Reise statt der steuerfreien 12 EUR). Dies gilt soweit der betriebliche Spesensatz die Pauschalen um nicht mehr als 100 % übersteigt.

  • Neue Auslandsreisekostensätze ab 2014: Für Tätigkeiten im Ausland gibt es zukünftig ebenfalls nur noch zwei Pauschalen unter den gleichen Voraussetzungen wie bei den inländischen Pauschalen. Vor Jahresbeginn ist deshalb mit neuen Reisekostentabellen zu rechnen.

Spesenerstattung des Arbeitgebers altes Recht vs. neues Recht (eintägige Abwesenheit)

Ein Mitarbeiter unternimmt eine eintägige Reise von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends.

Ergebnis: Bis Ende 2013 beträgt die maximal steuerfrei erstattbare Verpflegungspauschale 6 EUR - neu ab 1.1.2104 können in diesem Beispiel dann 12 EUR steuerfrei erstattet werden.

Spesenerstattung des Arbeitgebers altes Recht vs. neues Recht (mehrtägige Abwesenheit)

Ein Mitarbeiter unternimmt eine Dienstreise von Mittwochabend 18 Uhr bis Freitag 12 Uhr.

Ergebnis: Bis Ende 2013 beträgt die maximal steuerfrei erstattbare Verpflegungspauschale für die dreitägige Auswärtstätigkeit gesamt 30 EUR. Ab 1.1.2014 können für die gleiche Abwesenheitsdauer gesamt 48 EUR steuerfrei vom Arbeitgeber erstattet werden.

bis Ende 2013ab 1.1.2014
Mittwoch0 EUR12 EUR
Donnerstag24 EUR24 EUR
Freitag6 EUR12 EUR
Gesamt30 EUR48 EUR

Schlagworte zum Thema:  Berufliche Auswärtstätigkeit, Reisekosten, Verpflegungspauschale, Doppelte Haushaltsführung, Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand

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