Halbierung des geldwerten Vorteils bei Elektroautos

Nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums gilt die neue Steuerförderung bei Elektro-Dienstwagen auch für bereits 2018 angeschaffte Autos, wenn sie erst 2019 erstmalig überlassen werden.

Überlassung eines Elektro-Dienstwagens 

Bei der Dienstwagenbesteuerung für Elektro- und Hybridfahrzeuge erfolgt neuerdings eine Halbierung der Bemessungsgrundlage (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3 EStG). Die Halbierung gilt auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und für Familien­heimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung. Bei der Fahrtenbuchmethode wird die zu berücksichtigende AfA ebenfalls halbiert. Wird ein geleastes oder gemietetes Kraftfahrzeug genutzt, sind die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte zu berücksichtigen.

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Welche Fahrzeuge steuerlich gefördert werden 

Die Neuregelung ist nach dem Gesetzeswortlaut für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge anzuwenden, die im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden. Diese Förderung von Hybridfahrzeugen, die extern aufladbar sind, erfolgt zudem nur wenn sie eine Kohlen­dioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer haben oder die Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt. Das bestimmt § 3 Abs. 2 Elektromobilitätsgesetz.

Anwendungsregelung gilt auch für 2018 angeschaffte Fahrzeuge 

Die Finanzverwaltung hat nun die zeitliche Anwendungsregelung in einem Antwortschreiben an die Automobilindustrie konkretisiert und dabei auch leicht ausgeweitet (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 19. Dezember 2018, IV C 5 - S 2334/14/10002-07). Die Neuregelung gilt demnach für alle vom Arbeitgeber erstmals nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 zur privaten Nutzung überlassenen betrieblichen Elektrofahrzeuge und extern aufladbaren Hybrid­elektrofahrzeuge, die die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen. Es kommt - anders als nach dem Gesetzeswortlaut - nicht auf den Zeitpunkt an, zu dem der Arbeitgeber das Kraftfahrzeug angeschafft, hergestellt oder geleast hat.

Ausgeschlossene Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge

Wurde das betriebliche Kraftfahrzeug aber vor dem 1. Januar 2019 vom Arbeitgeber bereits einem (anderen) Mitarbeiter zur privaten Nutzung (zum Beispiel Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, Fahrten oder Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung) überlassen, ist die Neuregelung auch bei einem Wechsel des Nutzungsberechtigten nach dem 31. Dezember 2018 nicht anzuwenden.

Für von der Neuregelung ausgeschlossene Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind, gilt die frühere Regelung unverändert weiter. Danach ist der Listenpreis pro Kilowattstunde der Batteriekapazität pauschal zu mindern, für in 2018 angeschaffte Fahrzeuge um 250 Euro. Weitere Einzelheiten stellt das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 5. Juni 2014 (BStBl I Seite 835), ergänzt durch das Schreiben vom 24. Januar 2018 (BStBl I Seite 272), klar. 

Regelung gilt nicht für die Umsatzsteuer 

Bereits die alte Regelung fand keine Entsprechung bei der Umsatzsteuer. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass die Halbierung der Bemessungsgrundlage nur für die Lohn- und Einkommensteuer gilt. Ähnlich wird wohl auch die ab 2019 neue Lohnsteuerbefreiung für die zusätzliche Überlassung von Fahrrädern von der Verwaltung nicht für die Umsatzsteuer übernommen.

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