18.04.2013 | Mehrfachbeschäftigung

Gleitzone: Krankenkassenmeldung muss nicht abgewartet werden

Vorläufige Berechnung bei Mehrfachbeschäftigten in der Gleitzone.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Bei Mehrfachbeschäftigten mit einem Gesamtentgelt in der Gleitzone können Arbeitgeber eine vorläufige Aufteilung des Entgelts selbst vornehmen. Sie müssen nach abgegebener GKV-Monatsmeldung nicht die Rückmeldung der Krankenkasse abwarten.

Die Regelungen zur Gleitzone gelten bei Mehrfachbeschäftigten stets bezogen auf das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt aus allen Beschäftigungen (Gesamtentgelt). Das macht die Beitragsberechnung ziemlich aufwändig, da jeder Arbeitgeber des Mehrfachbeschäftigten die Höhe des Gesamtentgelts kennen muss. Nur damit kann der Arbeitgeber die notwendige Verhältnisberechnung durchführen und seinen eigenen beitragspflichtigen Anteil ermitteln. Aus diesem Grund melden Arbeitgeber mittels der GKV-Monatsmeldung regelmäßig die entsprechenden Daten an die Krankenkasse des jeweiligen Arbeitnehmers.

Rückmeldung mit dem Gesamtentgelt

Die Arbeitgeber erhalten dann von den Krankenkassen das Gesamtentgelt aller Beschäftigungsverhältnisse zurückgemeldet (Krankenkassenmeldung). Bislang ist vorgesehen, dass die von den Krankenkassen ermittelten Ergebnisse solange zu berücksichtigen sind, bis sich die Krankenkasse erneut meldet. Folglich ist in den einschlägigen Fällen das der Gleitzonenberechnung zugrunde liegende beitragspflichtige Gesamtentgelt nur abzuändern, wenn die Krankenkasse eine neue Krankenkassenmeldung erstattet.

Zeitversatz bei der Rückmeldung

Durch dieses Verfahren kommt es jedoch häufig zu einem nicht unerheblichen Zeitverzug. Denn für die Rückmeldung der Kassen müssen dort zunächst alle Monatsmeldungen der beteiligten Arbeitgeber vorliegen.

Inzwischen haben sich die Spitzenverbände der Sozialversicherung daher in der Besprechung zum gemeinsamen Beitragseinzug vom 6.3.2013 auf eine Vereinfachung verständigt: Es ist zulässig, dass der Arbeitgeber im monatlichen Verfahren der Beitragsberechnung eigenständig eine vorläufige Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen vornimmt und nicht auf die Reaktion der Krankenkasse wartet. Dies setzt in der Praxis allerdings voraus, dass der Arbeitnehmer ihm das Arbeitsentgelt aus der(n) weiteren Beschäftigung(en) mitteilt.

Nachträgliche Kontrolle bleibt

Diese selbstständige Berechnung des Arbeitgebers gilt dann lediglich als vorläufige Beitragsberechnung. Die endgültige Aufteilung erfolgt durch die Krankenkasse. Arbeitgeber müssen dabei sicherstellen, dass das Arbeitsentgelt ohne die vorläufige Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen in die GKV-Monatsmeldung einfließt. Außerdem müssen sie die Beitragsaufteilung korrigieren, wenn die selbst ermittelten Werte von den Werten der Krankenkassenmeldung abweichen.

Der Grundsatz, dass die Krankenkassenmeldung dauerhaft wirkt, wird durch diese Harmonisierung nicht aufgehoben. Sie wird vielmehr durch eine für die der Arbeitgeber praxisbezogene und sinnvolle Option einer Vorabermittlung ergänzt.

Schlagworte zum Thema:  Mehrfachbeschäftigung, Gleitzone, GKV-Monatsmeldung, Gesamtentgelt

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