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12.12.2012 | Serie Jahreswechsel 2012/2013

GKV/PKV: Wann ist der Wechsel möglich?

Serienelemente
Den Wechsel vollziehen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Kann ich in die PKV wechseln? Sicher eine der meistgestellten Fragen, die in den deutschen Personalbüros zum Jahreswechsel aufschlagen. Weitere Informationen können Sie in unserer Serie zum Jahreswechsel 2012/2013 nachlesen. Hier finden Sie alle Neuregelungen auf einen Blick zusammengefasst.

Zum Jahreswechsel steht für die Entgeltabrechner bei allen höherverdienenden Arbeitnehmern wieder die Überprüfung des im vergangenen Kalenderjahr erzielten Jahresarbeitsentgelts (JAE) an. Die Versicherungspflicht endet bereits zum Jahresende 2012 für alle Beschäftigten, deren regelmäßiges Entgelt im Jahr 2012 die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) überschritten hat. Im Jahr 2012 beträgt die allgemeine JAEG  50.850 EUR, die besondere JAEG (für Arbeitnehmer, die am 31.12.2002 versicherungsfrei und bei einer privaten Krankenversicherung versichert waren) beläuft sich auf  45.900 EUR. Zusätzlich muss vorausschauend betrachtet auch die Grenze 2013 überschritten werden. Für das nächste Jahr beträgt die allgemeine JAEG 52.200 EUR, die besondere JAEG steigt an auf 47.250 EUR. Arbeitnehmer, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, haben keine Chance zu einem Wechsel in die PKV.

Abmeldung erforderlich

Nicht zu berücksichtigen sind bei der Berechnung des individuellen Jahresarbeitsentgelts alle erst künftig fällig werdenden Lohn- und Gehaltsveränderungen. Das gilt ebenso für alle Einnahmen, die nicht dem Arbeitsentgelt hinzuzurechnen sind. Scheidet ein Arbeitnehmer wegen Überschreitens der JAEG per 31.12.2012 aus der Versicherungspflicht aus, ist eine Abmeldung mit dem Meldegrund "32" an die Krankenkasse zu übermitteln.

Ende Versicherungspflicht nicht automatisch Ende der Mitgliedschaft

Wichtig ist für die betroffenen Arbeitnehmer, dass durch die Abmeldung zwar die Versicherungspflicht beendet ist, die Mitgliedschaft zur Krankenkasse jedoch weiterbesteht. Das gilt zumindest dann, wenn die entsprechende Vorversicherungszeit erfüllt ist. Nur wenn Arbeitnehmer die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung beenden wollen, müssen sie ausdrücklich kündigen. Schreibt die Krankenkasse aufgrund der Abmeldung des Arbeitgebers das Mitglied an und weist auf die Austrittsmöglichkeit hin, muss eine etwaige Kündigung durch den Arbeitnehmer innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt des Schreibens bei der Krankenkasse erfolgen.  

Freiwillige Mitgliedschaft bei erfüllter Vorversicherungszeit

Die Mitgliedschaft setzt sich als freiwillige Mitgliedschaft fort, wenn in den letzten 5 Jahren vor dem Ausscheiden mindestens 24 Monate bereits eine GKV-Versicherung bestanden hat. Alternativ genügt es, wenn unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens 12 Monate eine GKV-Versicherung in der gesetzlichen KV bestanden hat.

Zuschüsse durch den Arbeitgeber

Aus Arbeitgebersicht ist die finanzielle Belastung in beiden Versicherungssystemen annähernd gleich. Für Arbeitnehmer, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, wird die Höhe des Zuschusses auf gleicher Basis ermittelt wie bei privat Krankenversicherten: Als Zuschuss ist die Hälfte des Beitrags zu zahlen, der sich bei einem Beitragssatz von derzeit 14,6  % (Beitragssatz 15,5 % bereinigt um den Sonderbeitragsanteil der Versicherten in Höhe von 0,9 %) ergibt. Der Höchstzuschuss beträgt 2013 monatlich 287,44 EUR. Da der Beitragszuschuss für privat krankenversicherte Arbeitnehmer auf die Hälfte des Betrags begrenzt ist, den der Beschäftigte für seine PKV tatsächlich zu zahlen hat, können sich hier Unterschiede ergeben.

Haufe Online Redaktion

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