Zu den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit und damit zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn gehört auch der Vorteil aus dem verbilligten Erwerb einer Beteiligung - wenn der Vorteil dem Arbeitnehmer für die Arbeitsleistung gewährt wird. Das geht aus einem aktuellen Urteil hervor.

In dem Urteilsfall ging es nach einer Lohnsteueraußenprüfung darum, dass der Kaufpreis, den der Mitarbeiter für die von ihm erworbene Unternehmens­beteiligung gezahlt hatte, nicht dem tatsächlichen Wert entsprach und die Differenz als Arbeitslohn zu qualifizieren war.

Vermögensbeteiligung: Steuerfreier Höchstbetrag für Arbeitnehmer

Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung von Vermögens­beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers bleiben steuerfrei, soweit der Vorteil insgesamt 360 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Beteiligung mindestens allen Arbeitnehmern offen steht, die im Zeitpunkt der Bekanntgabe des Angebots ein Jahr oder länger ununterbrochen in einem gegenwärtigen Dienstverhältnis zum Unternehmen stehen (§ 3 Nummer 39 EStG).

Zum Thema: Hürden für Mitarbeiterbeteiligung – höherer Steuerfreibetrag gefordert.

Vermögensbeteiligung: Arbeitslohn auch bei verbilligtem Erwerb von dritter Seite

Im aktuellen Urteilsfall war noch die frühere Vorschrift einschlägig (§ 19a EStG). Davon unabhängig haben die vom Bundesfinanzhof aufgestellten Grundsätze für spezielle Fallkonstellationen aber auch nach heutiger Rechtslage Gültigkeit:

  • Der verbilligte Erwerb einer GmbH-Beteiligung durch einen leitenden Angestellten kann auch dann zu Arbeitslohn führen, wenn nicht der Arbeitgeber selbst, sondern ein Gesellschafter des Arbeitgebers die Beteiligung veräußert. Vergleiche hierzu auch das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 1. September 2016, Aktenzeichen VI R 67/14.
  • Veräußert der Arbeitgeber (oder eine diesem nahestehende Person) eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft an einen Mitarbeiter, handelte es sich in der Regel nicht um eine Veräußerung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr. Ein Einfluss des Arbeitsverhältnisses auf die Verkaufsmodalitäten liegt nahe. Dies hat Auswirkungen auf die Wertermittlung und kann - wie im vorliegenden Fall - zu Arbeitslohn führen.

Quelle: Bundesfinanzhof, Urteil vom 15. März 2018 zu "Arbeitslohn durch verbilligte Veräußerung von GmbH-Anteilen", Aktenzeichen VI R 8/16.

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Schlagworte zum Thema:  Arbeitnehmer, Geldwerter Vorteil