Ein Jobticket kann oft steuerfrei an Mitarbeiter abgegeben werden. Was Arbeitgeber in der Lohnabrechnung dafür beachten müssen. Bild: Haufe Online Redaktion

Mit einem Jobticket können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter beim Umstieg vom Auto auf Bus oder Bahn finanziell unterstützen. Das ist gerade angesichts der drohende Diesel-Fahrverbote ein Angebot, das den Arbeitgeber auch attraktiver macht. Zumal das Jobticket in vielen Fällen steuerfrei bleibt.

Ob das Diesel-Fahrverbot in einigen Städten nun kommt oder nicht - in jedem Fall ist es eine gute Alternative die öffentlichen Verkehrsmittel statt das eigene Auto zu nehmen. Arbeitgeber können dies mit einem Jobticket fördern.

Jobticket vom Arbeitgeber

Jobtickets sind Monats- oder Jahresfahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel, die Arbeitgeber – häufig vergünstigt – bei einem Verkehrsunternehmen erwerben können, um sie ihren Arbeitnehmern unentgeltlich oder verbilligt zu überlassen. Wird das Jobticket dem Arbeitnehmer für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte überlassen, handelt es sich grundsätzlich um steuerpflichtigen Arbeitslohn. Es gibt aber Möglichkeiten, damit das Jobticket für den Arbeitnehmer steuerfrei bleibt.

Pauschaler Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber zum Jobticket

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern einen Zuschuss zu den Fahrtkosten "Wohnung - erste Tätigkeitsstätte" zahlen. Der Zuschuss kann vom Arbeitgeber bis zur Höhe der Entfernungspauschale pauschal mit 15 Prozent versteuert werden; diese beträgt aktuell 0,30 Euro pro Entfernungskilometer. Der Zuschuss bleibt für den Arbeitnehmer steuer- und abgabenfrei. Der Fahrtkostenzuschuss muss vom Arbeitgeber über die Lohnabrechnung abgerechnet und am Jahresende auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden. 

Jobticket in der Gehaltsabrechnung

Von diesem Fahrtkostenzuschuss kann sich der Arbeitnehmer das Jobticket selbst beim Verkehrsunternehmen kaufen. Oder der Arbeitgeber erwirbt das Jobticket und zieht den Ticketpreis vom Nettolohn des Arbeitnehmers ab.

Ein Arbeitnehmer pendelt täglich zehn Kilometer zu Firma und zurück nach Hause. Aus Vereinfachungsgründen kann der Arbeitgeber unterstellen, dass der Arbeitnehmer jeden Monat an 15 Tagen - also an 180 Tagen im Jahr - zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte hin- und herfährt:

  • Die Entfernungspauschale beträgt 540 Euro (= 180 Arbeitstage × 10 Kilometer × 0,30 Euro);
  • Der pauschalierbare Fahrtkostenzuschuss durch den Arbeitgeber beträgt somit maximal 540 Euro;
  • Dies entspricht einem monatlichen pauschalen Fahrtkostenzuschuss von 45 Euro.

Die Lohnsteuer für den Fahrtkostenzuschuss kann pauschal mit 15 Prozent erhoben werden. Die pauschale Lohnsteuer trägt grundsätzlich der Arbeitgeber (er könnte sie jedoch auch auf den Arbeitnehmer "abwälzen"). Der pauschal besteuerte Arbeitslohn ist in der Lohnsteuerbescheinigung einzutragen. Es fallen keine Beträge zur Sozialversicherung an.

Zuschuss: Lohnsteuerpauschalierung nur bei Zusätzlichkeit

Damit der gezahlte Fahrtkostenzuschuss pauschal besteuert werden darf - und dadurch für den Arbeitnehmer steuerfrei bleibt - muss er zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Eine Gehaltsumwandlung ist nicht zulässig, bzw. wäre "steuerschädlich".

Verbilligtes oder unentgeltliches Jobticket als geldwerter Vorteil

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Jobticket zum gleichen Preis, den er an das Verkehrsunternehmen zahlt, entsteht kein sogenannter geldwerter Vorteil. Eine Ermäßigung, die der Arbeitgeber vom Verkehrsunternehmen erhält und 1:1 an den Arbeitnehmer weitergibt, muss nicht versteuert werden. 

Wird das Jobticket dem Arbeitnehmer verbilligt oder unentgeltlich überlassen, muss dieser geldwerte Vorteil grundsätzlich versteuert werden. Dieser geldwerte Vorteil kann vom Arbeitgeber - analog zum Fahrtkostenzuschuss - bis zur Höhe der Entfernungspauschale mit 15 Prozent pauschal versteuert werden; dies führt ebenfalls zu Beitragsfreiheit. 

Steuerfreier Sachbezug: monatliches Jobticket vom Arbeitgeber

Sachbezüge können steuerfrei bleiben, wenn die geldwerten Vorteile pro Monat nicht mehr als insgesamt 44 Euro betragen. Zu den Sachbezügen zählt auch die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Jobtickets durch den Arbeitgeber. Bei Anwendung der 44-Euro-Freigrenze sind alle in einem Monat zugeflossenen Sachbezüge zusammenzurechnen. 

Wichtig: Es handelt sich um eine "Grenze" - nicht um einen Freibetrag! Wird die 44-Euro-Grenze überschritten, ist der gesamte Sachbezug steuer- und beitragspflichtig.

Übliche Preisnachlässe der Verkehrsbetriebe stellen keinen Arbeitslohn dar. Ein geldwerter Vorteil entsteht bloß in der Höhe, soweit der Arbeitnehmer das Ticket darüber hinaus verbilligt bzw. unentgeltlich erhält.

Beispiel: Jobticket für Arbeitnehmer als steuerfreier Sachbezug

Ein Arbeitgeber schließt mit einem Verkehrsunternehmen einen Rahmenvertrag ab, aufgrund dessen seine Mitarbeiter verbilligte Jobtickets erwerben können.

  • Der übliche Preis für eine Monatskarte beträgt 50 Euro;
  • Der Arbeitgeber erhält eine "Jobticket-Ermäßigung" von 20 Prozent (= 10 Euro);
  • Es verbleibt ein geldwerter Vorteil von 40 Euro pro Monat und Ticket.

Hat der Arbeitnehmer im betreffenden Monat keine weiteren Sachbezüge, bleibt der geldwerte Vorteil von 40 Euro steuer- und beitragsfrei. Bei teureren Jobtickets sind Zuzahlungen der Arbeitnehmer möglich.

Steuerfalle "Jahresticket": Nur monatlicher Erwerb begünstigt

Gilt das Jobticket für einen längeren Zeitraum, fließt dem Arbeitnehmer der gesamte geldwerte Vorteil zu, sobald er das Ticket ausgehändigt bekommt. Dies führt insbesondere bei Jahrestickets dazu, dass regelmäßig die monatliche 44-Euro-Sachbezugsfreigrenze überschritten und der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig wird.

Es kommt nicht auf die vereinbarten Zahlungsmodalitäten an - entscheidend ist die sogenannte wirtschaftliche Verfügungsmacht. Monatliche Zahlungen an den Verkehrsbetrieb können den einmaligen und sofortigen Zufluss des geldwerten Vorteils nicht "heilen".

Schlagworte zum Thema:  Sachbezug, Jobticket, Geldwerter Vorteil

Aktuell
Meistgelesen