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Frühling und Sommer - Hochsaison für Minijobber

Die Temperaturen steigen wieder - und damit auch die Zahl der Gäste in Straßencafes und Biergärten: Hochsaison für Minijobber. Was müssen Betriebe dabei beachten?

Im Frühling steigt traditionell der Bedarf an Saisonkräften bzw. Aushilfen (Minijobbern). Wird eine Beschäftigung gegen ein monatliches Entgelt von bis zu 400 EUR ausgeübt, handelt es sich um eine "geringfügig entlohnte Beschäftigung" (Minijob). Hier bekommt der Arbeitnehmer seinen Lohn grundsätzlich noch "brutto wie netto auf die Hand".

Eine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit ist bei dieser Art der Beschäftigung nicht vorgesehen und auch die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze spielt grundsätzlich keine Rolle.

Minijob-Verdienstgrenze wird seit 2010 anders ermittelt

Bei der Prüfung, ob das Entgelt 400 EUR übersteigt, ist seit dem 1.1.2010 vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Hierfür ist ein Jahreszeitraum von maximal 12 Monaten zugrunde zu legen. Das Arbeitsentgelt darf dann im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung mtl. 400 EUR nicht übersteigen. Unschädlich sind somit 4.800 EUR pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung in jedem Monat. Das Arbeitsentgelt ist entsprechend anteilig zu reduzieren, wenn bei Beginn einer Beschäftigung bereits feststeht, dass die Beschäftigung nicht durchgehend für mindestens 12 Monate gegen Arbeitsentgelt bestehen wird.

Diese Ermittlung ist vorausschauend bei Beginn einer Beschäftigung bzw. erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen vorzunehmen. Es ist also unproblematisch, wenn der Minijobber ein festes Einkommen hat, also jeden Monat gleich viel arbeitet. Wer aber immer mal wieder unterschiedlich viel arbeitet und verdient, für den muss der durchschnittliche Verdienst für 12 Monate berechnet werden.

Sozialversicherungsrechtliche Pflichten des Arbeitgebers

Wichtig: Auch bei Einstellung eines "Mini-Jobbers" ist wie bei allen Arbeitnehmern die versicherungsrechtliche Beurteilung vorzunehmen. Bei Fehlern droht hier die nachträgliche Zahlung von Beitragsgeldern. Außerdem muss für bestimmte Berufsbranchen an die Abgabe der Sofortmeldungen gedacht werden, die auch für geringfügig Beschäftigte gilt. Diese Verpflichtung trifft etwa auch das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe.

Die DEÜV-Meldung für die geringfügig Beschäftigten richten Arbeitgeber an die Minijobzentrale und zahlen auf die Höhe des jeweiligen Monatsentgeltes 13 % Pauschalbeitrag für die Krankenversicherung, 15 % pauschal für die Rentenversicherung sowie 2 % Lohnsteuerpauschale. Die Umlage 1 (U1) für den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit beträgt 0,6 % und zum U2- Verfahren 0,14 % des Bruttoarbeitsentgelts. Der pauschal versteuerte Arbeitslohn einschließlich der vom Arbeitgeber übernommenen Abgaben bleibt bei der Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers außer Ansatz.

Wenn es nicht bei einem bleibt: Mehr als ein "Minijob"

Natürlich kann ein Arbeitnehmer mehreren Beschäftigungen nachgehen. Übt ein Arbeitnehmer zwei oder mehr Minijobs nebeneinander aus, die aber zusammen nicht mehr als 400 Euro bringen, ist dies soweit kein Problem. Jede Beschäftigung bleibt dann ein Minijob. Auch ein (!) Minijob, der zusätzlich zu einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung ausgeübt wird, stellt nie kein Problem dar. Dieser Minijob bleibt dann ein Minijob. Denn die Hauptbeschäftigung wird nicht auf den Minijob angerechnet.

Anders verhält es sich jedoch, wenn neben einer sv-pflichtigen Hauptbeschäftigung mehrere Aushilfstätigkeiten (Minijobs) ausgeübt werden: Nur der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob bleibt in jedem Fall weiterhin ein versicherungsfreier Minijob. Denn alle anderen Beschäftigungen (weitere Minijobs und der Hauptjob) werden nun zusammengerechnet und unterliegen in ihrer Gesamtheit stets der Sozialversicherungspflicht.

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