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Jobtickets: Auf den Zuflusszeitpunkt kommt es an

Viele Unternehmen überlassen ihren Mitarbeitern ein Jobticket.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Viele Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeitern ein Jobticket. Eine neue Verwaltungsanweisung klärt Fragen rund um die steuerliche Behandlung solcher Jobtickets und die Anwendung der 44-Euro-Grenze.

Sachbezüge, die mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort zu bewerten sind, sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie - ggf. nach Abzug der vom Mitarbeiter geleisteten Zuzahlungen - 44 EUR monatlich nicht übersteigen.

Bei der monatlichen Überlassung einer Monatsfahrkarte oder einer Fahrberechtigung für ein Jobticket, das für einen monatlichen Zeitraum gilt, ist die Freigrenze anwendbar. Im Unterschied zum Fahrtkostenzuschuss leistet der Arbeitgeber beim Jobticket keinen Barzuschuss zu den Fahrtkosten, sondern kauft die Fahrkarte direkt beim Verkehrsverbund oder bei den Stadtwerken.

Anwendung der Freigrenze 

Für die Anwendung der Freigrenze kommt es aber auf den monatlichen Zufluss an. Gilt das Jobticket für einen längeren Zeitraum (z. B. Jahresticket ohne „Rückgabemöglichkeit“), so fließt grundsätzlich der Vorteil insgesamt bei Überlassung des Jobtickets zu (BFH, Urteil vom 12.4.2007, VI R 89/04; BStBl 2007 II S. 719). Die 44-EUR-Grenze wird dann natürlich überschritten.

Gestaltungen beim Jobticket

Auch wenn das Jobticket selbst für einen längeren Zeitraum gilt, sind aber Fälle der monatlichen Gestellung an den Mitarbeiter mit Anwendung der 44-EUR-Grenze möglich, wie ein neuer Erlass aus Bayern aufzeigt. Begünstigt sind:

  • Fälle, in denen tatsächlich monatliche Tickets („Monatsmarken”) monatlich ausgehändigt werden, oder
  • Tickets, welche an sich für einen längeren Zeitraum gelten, aber jeden Monat „aktiviert / freigeschaltet” werden.

Nutzungsbestimmungen entscheidend

Greifen diese Möglichkeiten nicht, kommt es nun nach Ansicht des Bayerischen Landesamts für Steuern auf die Tarif- und Nutzungs­bestimmungen an: Sehen diese für ein Jobticket vor, dass die jeweilige monatliche Fahrberechtigung durch die rechtzeitige monatliche Zahlung erworben wird, soll der geldwerte Vorteil aus dem Sachbezug "Jobticket" monatlich zufließen und damit die 44-EUR-Grenze anwendbar sein. 

Andere Verwaltungsauffassung

Die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen beurteilt den Zuflusszeitpunkt hin­sichtlich dieses Punktes anders: Danach bleibt die monatliche Abbuchung oder Zahlung des Entgelts für die Jobtickets ebenso wie Sonderkündigungsrechte oder die Möglichkeit des unterjährigen Einstiegs unberücksichtigt (Kurzinfo LSt 7/2014 vom 24.11.2014). Je nach Bundesland sollte für diese Fälle also eine Auskunft vom Finanzamt eingeholt werden.

Tipp: Übliche Rabatte bei Jobtickets führen nicht zu einem geldwerten Vorteil. Gewährt ein Verkehrsunternehmen einen Mengenrabatt nicht nur einem Arbeitgeber, sondern auch anderen Kunden, die selbst oder über ihre Mitarbeiter eine entsprechende Anzahl von Jobtickets abnehmen, handelt es sich um einen üblichen Mengenrabatt.

Hinweis: Bayerisches Landesamt für Steuern, Verfügung v. 12.08.2015 - S 2334.2.1-98/5 St32

Haufe Online Redaktion

Jobticket, Lohnsteuer, Freigrenze

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