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20.01.2015 | Serie Jahreswechsel 2014/2015: Entgelt

Neuer 110-Euro-Freibetrag für Betriebsveranstaltungen

Serienelemente
Gesetzliche Neuregelung der Betriebsveranstaltung ab 2015
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit von Betriebsveranstaltungen sind ab 2015 erstmals gesetzlich geregelt. Bis Ende 2014 galt eine 110-Euro-Freigrenze. Verschlechtert hat sich durch die Neuregelung, dass künftig die Kosten für Begleitpersonen des Mitarbeiters einzubeziehen sind.

Der Begriff der Betriebsveranstaltung, die Lohnsteuerfreiheit sowie die Berechnung des hierfür vorgesehenen Freibetrags wurden durch das Zollkodexgesetz erstmals gesetzlich geregelt. Die gesetzliche Regelung ist die Reaktion des Gesetzgebers auf die aktuelle BFH-Rechtsprechung zu Betriebsveranstaltungen.

Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter werden als Betriebsveranstaltung definiert. Die gesetzliche Begriffsbestimmung folgt damit wortgleich der bisherigen Abgrenzung in den Lohnsteuer-Richtlinien, deren uneingeschränkte Anwendbarkeit erhalten bleibt.

Voraussetzungen der Steuerfreiheit

Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter werden als Betriebsveranstaltung definiert. Ist der Begriff der Betriebsveranstaltung erfüllt, ist die Lohnsteuerfreiheit der vom Arbeitgeber anlässlich einer solcher Veranstaltung gewährten Zuwendung nach den gesetzlichen Vorgaben nur noch an zwei Kriterien geknüpft. Die Kosten einer Betriebsveranstaltung führen danach beim Arbeitnehmer nicht zum Lohnzufluss,

  • soweit die betragsmäßige Obergrenze von 110 Euro - inklusive Umsatzsteuer - pro Veranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer nicht überschritten ist und
  • soweit nicht mehr als zwei begünstigte Veranstaltungen pro Jahr durchgeführt werden.

Durch die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber erfreuliche Umwandlung der Freigrenze in einen Freibetrag wird die Steuerlast bei aufwändigen Betriebsveranstaltungen deutlich verringert.

Berechnung des 110-Euro-Freibetrages

Wesentliche Bedeutung kommt der kommt der (Neu)Berechnung des 110-Euro-Freibetrages zu. Aus Vereinfachungsgründen wird der 110-Euro-Freibetrag nach den insgesamt für die Betriebsveranstaltung angefallenen Aufwendungen und dem sich rechnerisch ergebenden Pro-Kopfanteil für den teilnehmenden Arbeitnehmer bestimmt.

Entgegen der BFH-Rechtsprechung verlangt der Gesetzeswortlaut die Anrechnung aller Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer auf den Höchstbetrag, die durch die begünstigte betriebliche Veranstaltung anfallen. Dabei ist es unerheblich, ob die Kosten dem Arbeitnehmer individuell zugerechnet werden können.

Berechnung nach der tatsächlichen Teilnehmerzahl

In Übereinstimmung mit der bisherigen Verwaltungsauffassung ist auf die tatsächlichen Teilnehmer abzustellen. Um in Fällen einer späteren Lohnsteuer-Außenprüfung die Anzahl der Teilnehmer an der Betriebsveranstaltung nachweisen zu können, ist es empfehlenswert, Teilnehmerlisten zu erstellen und diese als Beleg zum Lohnkonto zu nehmen.

Berechnung bei Teilnahme von Begleitpersonen

Neben den Ausgaben für den Arbeitnehmer können auch Aufwendungen lohnsteuerfrei bleiben, die zum Beispiel für Ehefrauen, Kinder oder andere Begleitpersonen des Arbeitnehmers entstehen. Allerdings sind die Kosten für teilnehmende Begleitpersonen - entsprechend der bisherigen Verwaltungspraxis - jeweils dem Arbeitnehmer auf dessen Höchstbetrag anzurechnen und nicht um die Anzahl der teilnehmenden Angehörigen zu vervielfachen.

Lohnsteuerpauschalierung mit 25 Prozent

Ist von einer nicht begünstigten Betriebsveranstaltung auszugehen, zum Beispiel weil der Gesamtbetrag von 110 Euro überschritten wird, ist ab 2015 nur noch der übersteigende Teilbetrag der Zuwendungen lohnsteuerpflichtig. Die Lohnsteuer für den steuerpflichtigen Teil von Betriebsveranstaltungen kann - wie bisher - mit 25 Prozent pauschal lohnversteuert werden.

Haufe Online Redaktion

Aufmerksamkeit, Betriebsveranstaltung, Jahreswechsel, Sozialversicherung, Entgelt

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