Nutzt ein Arbeitnehmer seinen Firmenwagen für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung, ist dies steuerlich nicht zu erfassen. Geldwerte Vorteile aus einer Fahrergestellung sind wiederum zusätzlich zum "normalen" geldwerten Vorteil anzusetzen.

Überlässt der Arbeitgeber oder auf Grund des Dienstverhältnisses ein Dritter den Mitarbeitern ein Kraftfahrzeug zu einer Familienheimfahrt wöchentlich im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung, so ist insoweit der Nutzungswert steuerlich nicht zu erfassen.

Firmenwagen: Geldwerter Vorteil nur für zusätzliche Familienheimfahrten

Wird das Kraftfahrzeug zu mehr als einer Familienheimfahrt wöchentlich genutzt, ist für jede weitere Familienheimfahrt ein pauschaler Nutzungswert in Höhe von 0,002 Prozent des inländischen Listenpreises des Kraftfahrzeugs für jeden Kilometer der Entfernung zwischen dem Beschäftigungsort und dem Ort des eigenen Hausstands anzusetzen und dem Arbeitslohn zuzurechnen.

Fahrtenbuchmethode auch auf Familienheimfahrten anwendbar

Anstelle des pauschalen Nutzungswerts kann der Arbeitgeber den Nutzungswert mit den Aufwendungen für das Kraftfahrzeug ansetzen, die auf die zu erfassenden Fahrten entfallen, wenn die für das Kraftfahrzeug insgesamt entstehenden Aufwendungen durch Belege und das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.

Firmenwagen: Fahrergestellung führt zu zusätzlichem Arbeitslohn

Wird das Kraftfahrzeug mit Fahrer zur Verfügung gestellt, ist dieser geldwerte Vorteil grundsätzlich zusätzlich mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort zu bewerten. Daneben bestehen aber Vereinfachungsmöglichkeiten.

Firmenwagen: Pauschale Bewertung der Fahrergestellung

Aus Vereinfachungsgründen kann der geldwerte Vorteil nach den Lohnsteuerrichtlinien (R 8.1 Absatz 10 Satz 3 LStR) für Privatfahrten pauschal ermittelt werden. Stellt der Arbeitgeber für Privatfahrten ein Kraftfahrzeug mit Fahrer zur Verfügung, ist der entsprechende private Nutzungswert des Kraftfahrzeugs wie folgt zu erhöhen:

  • um 50 Prozent, wenn der Fahrer überwiegend in Anspruch genommen wird,
  • um 40 Prozent, wenn der Mitarbeiter das Kraftfahrzeug häufig selbst steuert,
  • um 25 Prozent, wenn der Mitarbeiter das Kraftfahrzeug weit überwiegend oder ausschließlich selbst steuert.

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und zusätzliche Familienheimfahrten ist der ermittelte Nutzungswert des Kraftfahrzeugs um 50 Prozent zu erhöhen. 

Leerfahrten, die bei der Überlassung eines Kraftfahrzeugs mit Fahrer durch die An- und Abfahrten des Fahrers auftreten können, sind den dienstlichen Fahrten zuzurechnen.

Fahrergestellung: Einzelnachweis der Lohnkosten zulässig

Alternativ bestehen keine Bedenken, insgesamt einheitlich für das Kalenderjahr den Anteil an den tatsächlichen Lohn- und Lohnnebenkosten des Fahrers (d.h. insbesondere: Bruttoarbeitslohn, Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, Verpflegungszuschüsse sowie Kosten beruflicher Fort- und Weiterbildung für den Fahrer) anzusetzen, welcher der Einsatzdauer des Fahrers im Verhältnis zu dessen Gesamtarbeitszeit entspricht. 

Zur Einsatzdauer des Fahrers gehören auch die Stand- und Wartezeiten des Fahrers, nicht aber die bei der Überlassung eines Kraftfahrzeugs mit Fahrer durch die An- und Abfahrten des Fahrers durchgeführten Leerfahrten und die anfallenden Rüstzeiten; diese sind den dienstlichen Fahrten zuzurechnen.

Fahrergestellung: Aufzeichnungspflichten des Arbeitgeberes

Der Arbeitgeber hat die Grundlagen für die Berechnung des geldwerten Vorteils aus der Fahrergestellung zu dokumentieren, als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren und den betroffenen Mitarbeitern auf Verlangen formlos mitzuteilen.

Quelle: Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 4. April 2018 zur steuerlichen Behandlung der Kfz-Überlassung an Arbeitnehmer.