Firmenwagen: Keine Werbungskosten durch Gehaltsverzicht

Verzichten Arbeitnehmer auf einen Teil des Barlohns und stellt der Arbeitgeber stattdessen einen Firmenwagen zur Verfügung, ist die Pkw-Privatnutzung nach den geltenden Vorschriften zu bewerten (hier: Ein-Prozent-Regelung). Zusätzliche Abzugsmöglichkeiten in der Steuererklärung bestehen nicht.

Das Niedersächsische Finanzgericht hatte sich mit der Nutzungsüberlassung eines Firmenwagens im Rahmen einer Barlohnumwandlung zu befassen. Ein Arbeitnehmer verzichtete auf einen Gehaltsbestandteil in Höhe der Full-Service-Leasingrate zuzüglich einer Treibstoff­pauschale. Die geldwerten Vorteile für die private Nutzung des Pkw hatte der Arbeitgeber mit einem Prozent vom Bruttolistenpreis, sowie für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (heute: erste Tätigkeitsstätte) mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis der Lohnsteuer unterworfen.

Arbeitnehmer beantragt Werbungskostenabzug für geldwerten Vorteil

Im Klageverfahren begehrt der Arbeitnehmer den der Lohnsteuer unterworfenen geldwerten Vorteil für die private Pkw-Nutzung und die Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte in Höhe von monatlich 574,94 Euro als Werbungskosten in seiner Steuererklärung zu berücksichtigen. Aufgrund der Barlohnumwandlung sei er im Nettolohnbereich mit weiteren Abzügen zu Gunsten des Arbeitgebers belastet, da dieser Betrag einbehalten worden sei.

Bewertung der Pkw-Nutzung nach Ein-Prozent-Regelung 

Die Klage blieb erfolglos. In einem Fall der Barlohnumwandlung, in dem ein Arbeitnehmer unter Abänderung des Anstellungsvertrags auf einen Teil des Barlohns verzichtet und der Arbeitgeber stattdessen einen Sachlohn in Form eines Nutzungsvorteils gewährt, sind der verbliebene Barlohn mit dem Nennwert und der Nutzungsvorteil für die Privatfahrten mit einem Prozent und die Fahrten Wohnung - Tätigkeitsstätte mit 0,03 Prozent des Bruttolisten­preises zu bewerten.

Weiterlesen: Firmenwagen - Wie sich die Sonderausstattung auf den Bruttolistenpreis auswirkt.

Gehaltsverzicht stellt keinen zusätzlichen Aufwand dar

Der Gehaltsverzicht hat sich bereits mindernd auf die Höhe des steuerpflichtigen Bruttolohns ausgewirkt, da dieser Betrag bereits von der Grundvergütung abgezogen und nicht der Lohnversteuerung unterworfen worden ist. Da in Höhe des Gehaltsverzichts kein Arbeitslohn vorliegt, kommt ein zusätzlicher Abzug vom Bruttoarbeitslohn nicht in Betracht. Der Gehaltsverzicht führt nicht dazu, dass der Kläger die Pkw-Kosten getragen hat und stellt somit auch keinen zusätzlichen Aufwand dar.

Quelle: Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 9. Oktober 2017, Aktenzeichen 9 K 74/17 zur Bewertung einer privaten Pkw-Nutzung bei Barlohnumwandlung.

Firmenwagen: Alternativ Zuzahlungen statt Gehaltsverzicht

Insbesondere bei Leasingmodellen kommt es häufig zu einer Beteiligung von Mitarbeitern an den Kraftfahrzeugkosten. Dabei ist hinsichtlich der steuerlichen Auswirkungen zwischen einem Gehaltsverzicht (wie vorstehend) und Zuzahlungen zu unterscheiden. Zahlen Mitarbeiter an den Arbeitgeber ein Nutzungsentgelt für die außerdienstliche Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs mindert das den Nutzungswert.

Firmenwagen: Nutzungsentgelte mindern den geldwerten Vorteil

Als Nutzungsentgelt gelten bei der pauschalen und der individuellen Nutzungswertmethode folgende Zuzahlungen des Arbeitnehmers:

  • Monatspauschale: Ein arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarter nutzungsunabhängiger pauschaler Betrag;
  • Kilometerpauschale: Ein arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarter an den gefahrenen Kilometern ausgerichteter Betrag;
  • Leasingrate: Die arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage von Mitarbeitern übernommenen Leasingraten;
  • Einzelne Kfz-Kosten: Arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarte vollständige oder teilweise Übernahme einzelner Kraftfahrzeugkosten durch Mitarbeiter.

Zum Weiterlesen: Firmenwagen - Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen (Top-Thema)